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Tag 8

Am achten Tag unserer Exkursion besichtigten wir den zweiten Teil der Was­serkraftanlage Chixoy, das Krafthaus bei Quixal.

Nach der Nacht im Inge­nieurs- und Gästecamp von INDE brachen wir um 7.45 Uhr zum Frühstück im na­hegelegenen Parkhotel auf. Im Anschluss ging es ebenfalls wieder über ei­nen ehemaligen Baustra­ßenpass zum Krafthaus der Wasserkraftanlage bei Quixal.

Nach fast drei Stunden Fahrt durch den Regenwald, vorbei an kleinen Dörfern und Hütten, entdeckten die ersten einen wichtigen Teil der Wasserkraftanlage. Mitten aus dem Regen­wald ragte ein rundes Betonbecken mit einem Durchmesser von 35 m, das Wasserschloss. Das Wasserschloss als wichtiger Teil der Sicherheitseinrichtung des Systems besteht aus ei­ner Unterkammer-Kaverne mit einer Länge von 135 m und einem Durchmesser von 11,5 m, einem 120 m hohen Steigschacht und dem oben genannten Becken. Das Wasserschloss schließt an den Triebwasserstollen im oberen Bereich als Standrohr an. Hinter dem Wasser­schloss im Tunnel befindet sich die Schieberkammer mit einer Fallgewichtsdrosselklappe als Notverschluss. Bei einem Defekt der Hangrohrleitung schließt die Drosselklappe und das Wasserschloss soll den auftretenden Druckstoß des Wassers im Triebwasserstollen abfan­gen. Ebenfalls soll das Wasserschloss den kurzzeitigen Unterdruck beim Anfahren der Anlage kompensieren können.

Oberhalb des Krafthauses quert die Baustraße die Hangrohrleitung. Sie hat eine Länge von 1150 m, Innenabmessungen von 2 x 2 m und leitet das Wasser mit einer Fallhöhe von rund 500 m zum Krafthaus. Ummantelt ist die Hangrohrleitung mit Beton und an zusätzlichen An­kerstellen im Fels befestigt.

Nach weiterer kurzer Fahrt sind wir dann am Krafthaus angekommen. Hier ver­schafften wir uns zunächst einmal einen Überblick über das gesamte Gelände und die eigentliche Anordnung des Krafthauses, der Hang­rohrleitung und der Freiluft­schaltanlage mit ange­schlossener Übertragungs­leitung. Das Krafthaus mit den Turbinen wurde so tief wie möglich zum angren­zenden Fluss angeordnet, um die Fallhöhe optimal ausnutzen zu können. Um hier aber kein Problem mit dem Rückstau bei Hochwasser in die Turbinenkammer zu bekommen, wurde die Anlage für den Gegendruckbetrieb ausgelegt. Die sechsdüsigen Pelton-Freistrahlturbi­nen können sich somit jederzeit ungehindert drehen. Über die Hangrohrleitung werden die insgesamt fünf Peltonturbinen mit Wasser betrieben. Die Zuleitungen zweigen jeweils mit verengtem Querschnitt von der Hangrohrleitung ab. Durch einen vorgeschalteten Kugel­schieber gelangt das Wasser über den sogenannten Nadelschieber (sechs Stück pro Turbine) in die Turbinenkammer auf die Turbine selbst. Der Nadelschieber steuert die Turbinenleis­tung. Bei vollständig geöffneten Nadelschiebern kann hier pro Turbine eine Leistung von maximal 60 MW abgerufen werden. Nur mit den Nadelschiebern kann das ganze System geregelt werden.

Wir hatten das Glück eine Turbinenkammer zu besichtigen, in der gerade die jährlichen gro­ßen Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns alle Detailausbildungen in der Turbinenkammer genau ansehen. Das Turbinenrad ist auf einer vertikalen Achse angebracht und treibt somit den darüber liegenden Generator an.

Zum Schluss besichtigten wir dann noch das Herzstück der gesamten Anlage, den Kontroll­raum. Von hier aus werden sämtliche Daten vom Wasservorrat im Stausee, Durchflussdaten, Drehfrequenz und Leistung der Turbinen bis hin zur produzierten Strommenge erfasst, überwacht und gegebenenfalls gegengesteuert. Ein Mitarbeiter von INDE erklärte uns aus­führlich, welche Möglichkeiten es gibt, diese komplexe Anlage zu kontrollieren und zu steuern.

Die Stromproduktion von Chixoy wird täglich an den Markt angepasst und vorge­geben. Hierbei wird ver­sucht, einen optimalen Strommix mit anderen Anla­gen in Guatemala zu errei­chen. Ein wichtiges Krite­rium der Auslastung hierbei ist vor allem der Wasser­stand im Stausee während der Trockenzeit. Interessan­terweise wird sogar im Strompreis noch eine Unter­scheidung gemacht, welche der fünf Turbinen im Moment den Strom produziert. Jede Tur­bine hat somit ihren eigenen Stromtarif.

Nach diesen sehr lehrreichen, spannenden und interessanten drei Stunden im Krafthaus Quixal war für uns auch schon wieder Zeit aufzubrechen. Wir besetzten unsere zwei kleinen Busse und fuhren wieder Richtung Guatemala-City. Auf dem Weg legten wir noch eine kurze Rast zum Abendessen ein. Leider mussten wir danach feststellen, dass an einem Bus der Reifen platt war und gewechselt werden musste. Zu guter Letzt standen wir auch noch auf der Autobahn im Stau. Eine kurzzeitige Vollsperrung wegen Straßenbauarbeiten. Doch zum Schluss haben es alle bis 00:30 Uhr wieder unversehrt und mit vielen Eindrücken ins Hostel geschafft.

Ein besonderer Dank geht auch noch an INDE für die Organisation und Begleitung bei die­sen beiden sehr eindrucksvollen Tagen an der Wasserkraftanlage Rio Chixoy.

Autor: Jan Weiß

Tag 7

Am siebten Tag stand die Besichtigung der Wasserkraftanlage Rio Chixoy auf unserem Plan, die über fünf Fahrtstun­den entfernt nördlich von Guatemala City liegt. Weil die Straßen zum Teil unbefestigt und baufällig sind und die Fahrt sich somit lange hinzieht, starteten wir schon früh am Morgen, um der heißen Mittagssonne zu entgehen und für die Besichtigung des Staudammes so viel Zeit wie möglich zu gewinnen. Als  wir aus der Ferne end­lich unser Reiseziel erkennen konnten, verließen wir den aufgeheizten und stickigen Bus, um die gewaltigen Ausmaße des Stausees und des Stau­dammes zu bewundern. Die Länge der Damm­krone beträgt 250 Meter, die Höhe 90 Meter.

Das Wasserkraftwerk, das seit dem Jahre 1983 im Betrieb ist, erzeugt mit den fünf Pelton-Turbinen 15 % der Energie des Landes (mit einer effektiven Kapazität von 275 MW). Ein 26 km langes Tunnelsystem, das einen Höhenunterschied von 433 m überwindet, versorgt die Turbinen mit Wasser aus dem Stausee. Aufgrund der geologischen Schwierigkeiten dauerten die Bau­arbeiten jedoch sieben Jahre und kosteten 944 Mio. US-Dollar. Der mittlere Jahresabfluss des Río Chixoy  beträgt etwa 555 m³/s. Für den über 140 km² großen Chixoy-Stausee muss­ten mehrere Gemeinden umgesiedelt werden.

Nachdem uns das Team vom staatlichen Energieversorgungsunternehmen INDE (Instituto Nacional  de Electrificación) überaus freundlich empfangen hatte, wur­den wir noch mit einem Mittagessen ge­stärkt, bevor wir dann einen genauen Blick in das Herz des Staudammes werfen durf­ten. Großer Dank gebührt unserem Profes­sor Dipl.-Ing. Hartmut Veigele, der an ent­scheidender Stelle an der Entstehung des Bauwerks bis 1983 mitgewirkt hatte. Durch ihn erhielten wir umfassendes Hintergrundwissen zu den technischen Herausforderungen und deren Lösungen, welche die Ingenieure während der Planung beschäftigten.

Kaum einer aus der Reisegruppe wollte es sich nehmen lassen, die 120 Höhenmeter vom tiefsten Punkt innerhalb des Stau­dammes bis zur Dammkrone zu überwin­den. Die fast senkrechten Treppenstufen, die Schwindelgefühle und die eigene Aus­dauer taten ihr Übriges, um sich schluss­endlich entkräftet aber glücklich wie die Besteiger eines Achttausenders zu fühlen. Die tolle Aussicht auf dem Staudamm über den Stausee und den Notüberlauf des Rio Chixoy entschädigte aber für die vorange­gangenen Strapazen.

Falls während der monatelangen Regenzeit mehr Wasser in den Stausee gelangt als die Wasserkraftanlage abführen kann, muss mithilfe des Notüberlaufs der Wasserpegel künstlich gesenkt werden. Da während unseres Besuchs der Stausee aufgrund anhaltender Trockenzeit kaum Wasser führte, konnten uns Mitarbeiter des Energieversorgungsunter­nehms INDE das Heben und Senken der Wehre demonstrieren.

Danach durften wir einen genauen Blick auf den Wassereinlass werfen, durch den das Wasser des Stausees in den 26 km langen Tunnel gelangt. Um den freien Wasserein­lass stets garantieren zu können, hält ein Rechen Treibgut zurück, der von einem me­chanischen Greifarm gereinigt wird.

Untergebracht waren wir in dem ehemaligen Bauleitercamp der Staudammkonstrukteure, das noch heute von den INDE-Mitarbeitern des Wasserkraftwerks als Ingenieurs- und Gäste­camp genutzt wird. Nach einem Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant ließen wir den Tag mit vollem Magen und kühlem Bier in der Hand in gemütlicher Runde und ins Ge­spräch vertieft ausklingen.

Autor: Roland Rieth

Tag 6

Am 6. Tag unserer Exkur­sion machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg ins Stadtzentrum von Guatemala City. Als erstes besuchten wir die “Mapa en Relief”, eine gigantische, dreidimensionale Landkarte Guatemalas, geschaffen von Ingenieuren an der Wende zum 20. Jahrhun­dert und überraschend ge­nau. Herr Veigele erklärte uns anhand der Landkarte den geographischen Aufbau von Guatemala.

Um 15:00 Uhr fuhren wir zur Universi­tät in Guatemala City “Universidad de San Carlos de Guatemala”. Sie ist eine staatliche Universität und zugleich die größte Universität Zentralamerikas, welche 1676 gegründet wurde. Insge­samt studieren dort über 100.000 Stu­denten. Nach einer feierlichen Vor­stellungsrunde begann ein Student der Universidad de San Carlos de Guate­mala mit einer Präsentation der Fakul­tät Bauingenieurwesen. Die Internet­präsenz der Universität wurde uns von einer Professorin präsentiert.

Nachdem Professor Veigele die Module des Studiengangs Projektmanagements der Hoch­schule Biberach vorstellte, präsentierte unser Kommilitone Gero von Gersdorff die Hoch­schule Biberach und ging noch einmal ergänzend auf unseren Studiengang ein. Die Herren Prof. Murphy Paiz, Dekan des Studiengangs Bauingenieurwesen, und die Professoren Veigele und Holldorb der Hochschule Biberach haben in Form von intensiven Gesprächen den Grundstein für einen Studenten- und Professorenaustausch zwischen diesen beiden Univer­sitäten gelegt.

Durch die zahlreichen Gespräche mit den Studenten der Universität konnten wir viel über die dortige Situation, besonders aber über den Verlauf des Studiums, er­fahren.

Nach einer Führung durch die Einrichtun­gen der Universität, wie z.B. den Rech­nerraum, führten die Laborleiter im Werkstofflabor eine Druckfestigkeits- und Rohdichteprüfung am Beispiel eines Würfels durch.

Als gelungenen Abschluss hat die Universität für uns ein Grillfest auf dem Universitätsge­lände organisiert, bei dem wir die Möglichkeit hatten, die guatemaltekischen Studentinnen und Studenten näher kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Autor: Franz Wingert

Am 6 Tag unserer Exkursion machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg ins Stadtzentrum von Guatemala City. Als erstes besuchten wir die „Mapa en Relief“, eine gigantische, dreidimensionale Landkarte Guatemalas. Herr Veigele erklärte uns an Hand der Landkarte den Aufbau des Guatemalas. Um 15:00 Uhr fuhren wir zur Universität in Guatemala City „Universidad de San Carlos de Guatemala„ sie ist eine staatliche Universität und die größte Universität Zentralamerikas, die 1676 gegründet wurde. Dort studieren über 100.000 Studenten. Beide Seiten stellten sich einander vor. Begonnen hat ein Student der Universidad de San Carlos de Guatemala .Mit einer Präsentation stellte er den Studiengang Bauingenieurwesen vor. Eine Professorin präsentierte die Internet Homepage der Universität. Unser Kommilitone Gero v. Gersdorff präsentierte die Hochschule Biberach und den Studiengang Projektmanagement. Herr Veigele erklärte den Bachelor/Master Studiengang P über das Modulhandbuch welches die einzelnen Fächer des Studiengangs enthält. Die Herren Prof. Murphy Paiz, Dekan des Studiengangs Bauingenieurwesen, und die Professoren Herr Veigele und Herr Holldorb der Hochschule Biberach haben in Form von intensiven Gesprächen den Grundstein für einen Studenten- und Professorenaustausch zwischen diesen beiden Universitäten gelegt. Nach einer Führung durch die Einrichtungen der Universität wie z.B. dem Rechenraum oder dem Betonlabor wo sie für uns eine Druckfestigkeits- und Rohdichte Prüfung am Beispiel eines Würfels durchführten. Die Studenten haben für uns ein Grillfest organisiert, wo wir die Möglichkeit hatten die guatemaltekischen Studenten näher kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Tag 5

Am fünften Tag unserer Exkursion haben wir Mexiko-City verlassen und uns auf den Weg nach Guatemala-City begeben. Nach dem letzten gemeinsamen amerikanischen Frühstück im Hotel Regente wurden wir um kurz nach 10 Uhr mit dem Bus zum Flughafen gebracht. Am Check – in am Flughafen Mexiko-City begegnete uns die Fußballmannschaft von Atletico Pachuca. Nach einem kurzen Gespräch mit den Teambetreuern stellte sich zum Einen he­raus, dass sie ebenfalls die Reise nach Guatemala City antreten und zum Anderen die gesamte Mann­schaft im selben Flugzeug wie wir fliegen wird. Sie hatten ein Copa America Spiel gegen den guatemal­tekischen Meister zu absolvieren. Die Chance auf ein gemeinsames Bild mit den Spielern von Pachuca und unserem Werbebanner ließen wir uns natürlich nicht nehmen.

Um 13.20 Uhr war es dann soweit – unsere Maschine bewegte sich in Richtung Startbahn und wir verließen mexikanischen Boden.

Während des Landeanfluges konnten wir bereits erste Eindrücke über die traumhafte Land­schaft, die uns in Guatemala erwartete, sammeln. Nach einem turbulenzfreien, einstündigen Flug sind wir sicher auf dem internationalen Flughafen „La Aurora“ von Guatemala-City ge­landet, der zu den modernsten Flughäfen Zentralamerikas zählt.

Guatemala, das Land des Kaffees, erstreckt sich über eine Fläche von 109.021 km² und hat ca. 12.7 Mio. Einwohner. Besonders beeindruckend für uns war, dass ca. 20 % der Gesamtbevölkerung in der Hauptstadt Guatemala City lebt. Guatemala liegt in Mit­telamerika und grenzt im Norden und Wes­ten an Mexiko, im Nordosten an Belize und die Karibik sowie im Südosten an El Salvador und Honduras. Die Landschaft ist überwie­gend bergig und stark bewaldet. Das Klima ist geprägt durch vier Landschaften. Das Tiefland im Norden von Guatemala ist tropisch-warm, die Hochebene um Cobán ist wegen ihrer Höhe von ca. 1.000 m bis 1.500 m Nebel­waldgebiet mit 18-25 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. In den südöstlichen Gebieten über 1.000 m sind die Tage ganzjährig warm und die Nächte kühl.

Bei sonnigen 29°C wurden wir vom Hotelleiter am Flughafen abgeholt und in das nahe gele­gene Hostel Hermano Pedro gebracht (Zona 13).

Mit 31 Mann waren wir der alleinige Hausherr im Hostel. Nach kurzer Zimmereinteilung stand der restliche Tag zur freien Verfügung. Die einen wechselten Ihre US-Dollar in Quetzales, die ande­ren holten sich beim Hotelleiter Informationen über Guatemala-City, andere wiederum nutzen die wunderschöne Dachterrasse des Hostels mit Ausblick auf einen rauchenden Vulkan. Kurzer­hand wurde die Dachterrasse in der abendlichen Planung berücksichtigt und für einen gemütli­chen Grillabend genutzt. Bei traditionellem Fleisch, Gewürzen und Dips ließen wir unseren ersten Tag in Guatemala-City ausklingen, wohl bewusst, auf ein sehr straffes Programm im zweiten Teil unserer Exkursion.

Autor: Marco Gutermann

Tag 4

Besichtigung der Stadt Teotihuacan

Am Montagmorgen, den 08. März 2010, stand die Besichtigung der Pyramiden von Teotihuacan auf unserem Reiseplan.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem mexikanischen Bussys­tem gelangten wir dennoch von unserem Hotel zum Busbahnhof und von dort mit dem Reisebus zu unserem 50 km entfernten Ausflugs­ziel.

Die Ruinenstätte befindet sich in Zentralmexico, nordöstlich von der Stadt Mexico, im Tal von Teotihuacan. In diesem Tal herrscht ein warmgemäßigtes Klima. Die Stadt Teotihuacan nimmt eine Fläche von zwanzig Quadratkilometern ein. Die Straße der Toten ist die Haupt­achse der Stadt. Das nördliche Ende der Straße bildet die Mondpyramide mit einem vorgela­gerten Platz und dem anliegenden Quetzalpapalotl – Palast. Im Süden befindet sich der große Hofkomplex, die Zitadelle, in der möglicherweise die Herrscherfamilie oder deren di­rekten Untergebenen lebten. Dazwischen gibt es einige Gebäude, die man für Wohnbauten der herrschenden Eliten hält. Im Zentrum steht die Sonnenpyramide, welche nach der Gro­ßen Pyramide von Cholula die zweitgrößte Pyramide des amerikanischen Kontinents ist. Vor ihr befindet sich die angeschlossene Plattform. Diese könnte als Zeremonialplatz gedient haben. Die Zone, in der sich die größten Pyramiden und Wohnhäuser befanden, war von den Wohnkomplexen mit einer Mauer abgetrennt. Im Nordwesten befand sich mit vielen Tem­peln und einer hohen Bevölkerungsdichte einer der ältesten Teile der Stadt. Im Südwesten war die Besiedelung eher spärlich und im Osten konnte aufgrund des Wassermangels kaum Landwirtschaft betrieben werden.

Sehenswürdigkeit Sonnenpyramide

Die Sonnenpyramide weist eine Grundflä­che von 225 * 225 Metern sowie eine Höhe von ca. 65 Metern auf und ist somit die drittgrößte Pyramide der Welt. Fünf Podeste führen hinauf zum Gipfel, von dem man eine tolle Aussicht auf die Stadt bekommt. Auf dem Gipfel befand sich früher ein Tempel, den man heute nicht mehr sehen kann. Man ging davon aus, dass die Pyramide religiösen Zwecken diente, weil die Innenräume der Pyrami­den immer wieder als Orte der Schöpfung galten. Welchem Gott die Pyramide geweiht war, ist unklar. Es gibt lediglich noch ein Gefäß mit einer Abbildung eines „Sturmgottes“. Dies ist aber kein Beweis, dass dieser Gott in der Sonnenpyramide verehrt worden ist.

Sehenswürdigkeit Mondpyramide

Am nördlichen Ende der Straße befindet sich die Mondpyramide. Diese entstand rund einhundert Jahre nach der Sonnenpy­ramide. Sie weist eine Fläche von 150 mal 150 Metern auf und erreicht eine Höhe von 46 Metern. Die Spitzen der Sonnenpyramide und der Mondpyramide liegen auf gleicher Höhe, da die Mondpyramide auf einer kleinen Erhe­bung liegt. Es gab sieben Bauphasen. Die erste wurde um 100 nach Christus begonnen. Bei Grabungen kamen mehrere Kammern zum Vorschein, in denen man menschliche Überreste fand. Die Mondpyramide ist auf einer Erhebung errichtet worden, damit man sie von jedem Punkt der Stadt aus sehen konnte. Die Architektur weist darauf hin, dass die Stadt als Ganzes eine „Festung der Ordnung“ inmitten der chaotischen Natur darstellen sollte.

Diese Sehenswürdigkeiten wurden uns von einer Fremdenführerin näher gebracht, die uns an dem Eingangsbereich angesprochen hatte, ob sie die Gruppe durch die Stadt führen dürfe. In der Stadt befanden sich viele Souvenirläden sowie aufdringliche Verkäufer, die je­dem von uns etwas verkaufen wollten. Jeder hatte die Möglichkeit ein Reisepräsent für zu­hause mitzunehmen. Es wurden allerlei Souvenirs verkauft. Von Teppichen bis hin zu wun­dervollem Schmuck konnte alles gekauft werden. Diese Produkte wurden von den Einwoh­nern selbst angefertigt. Bei jeder Möglichkeit haben wir ein schönes Gruppenfoto geschos­sen, um zu zeigen, was wir alles erlebt haben. Mit sehr viel Wissen und reichlich Souvenirs begab sich die Exkursionsgruppe auf den Rückweg in die Stadt Mexico und steuerte von dort aus das nächste Reiseziel an.

„Platz der Verfassung“ in Mexico Stadt

Unser zweites Reiseziel an diesem Tag war der Platz der Verfassung. Der Platz der Verfas­sung ist im historischen Zentrum von Mexico – Stadt in Zocalo. Einst stand an diesem Platz der Palast des Aztekenherrschers Moctezuma des Zweiten. Der Platz wird umrahmt von ei­ner Kathedrale, dem Stadtpalast und dem Nationalpalast von 1792, welcher als Sitz des Prä­sidenten dient. Im Nationalpalast kann man schöne Wandmalereien von Diego Rivera sehen.

Besichtigung der „Catedral Metropolitana“

Wie auch in der Stadt Teotihuacan haben wir uns entschlossen einen Fremdenführer zu buchen. Somit wurde uns die Kathedrale näher gebracht. Die Kathedrale, die im ba­rocken Stil gehalten ist, wurde von 1573 bis 1667 erbaut und gehört zu den amerikaweit ältesten und größten Sakralbauten. Im In­neren befindet sich der Altar der Könige aus Gold. Die Fassade besteht aus Tezontle, einem rötlichen Vulkanstein. Sie wird von drei Portalen unterbrochen und durch die Pfarrkirche verlängert. Da Mexico – Stadt auf einem See erbaut wurde, versinken viele Ge­bäude langsam im sumpfigen Boden. Um diesen Setzungen entgegen zu wirken, wurden Un­terfangungen angebracht. Diese halten die Setzungen der Kathedrale zurück. Um diese Problematik aufzuzeigen, hat man Glasscheiben über die Unterfangungen gebaut, somit sieht jeder Besucher mit welchem Problem man in Mexiko – Stadt zu kämpfen hat. Unter der Woche sind relativ viele betende Menschen in der Kathedrale. Sonntags während der Got­tesdienste darf man als Tourist nicht in die Nähe der Messe-Besucher, um diese nicht zu stö­ren. Große Teile der Kirche sind der Jungfrau Guadeloupe gewidmet, die einst in Mexico ei­nem Indigena erschienen war. Für eine kleine Gebühr kann man auf der linken Seite der Ba­silika den Kirchturm besteigen, um einen Eindruck vom Zentrum Mexico – Stadts zu erhalten.

Ein Teil der Gruppe hat eine zweistündige Stadttour mit einem Tourbus absolviert und jede Menge weitere Sehenswürdigkeiten erlebt und die restliche Gruppe hat sich zurück in das Hotel begeben. Als Tagesabschluss begaben sich alle zum gemeinsamen Abendessen.

Autor: Tobias Schneider

Tag 3

Am dritten Tag haben wir im Museum “Nacional de Antropologia” die gesamte Entstehungsge­schichte Mexikos kennengelernt. Das „Museo Nacional de Antropología, zu Deutsch Nationalmuseum für Anthropologie, liegt im Stadtteil Miguel Hidalgo und ist ein Museum des Instituto Nacional de Antropología e Historica, in dem die Vergangenheit und die lebende indianische Kultur Mexikos ausgestellt werden.

Im Erdgeschoss und teils im Freien werden die indianischen Kulturen und Epochen Mexikos durch eine archäologische Sammlung und architektonische Beispiele dargestellt. Bekanntes­tes und wichtigstes Ausstellungsstück ist der Piedra del Sol, ein aztekischer Kalenderstein. Im Obergeschoss befinden sich die völkerkundlichen Säle. Hier sind die gegenwärtigen india­nischen Völker Mexikos mit ihren traditionellen Trachten und Beispielen ihrer Handwerks- und Baukunst ausgestellt.

Nach einer ausführlichen Besichtigung der oben genannten Ausstellung hat sich die Gruppe in dem im Museum befindlichen Restaurant mit mexikanischen Snacks gestärkt und danach auf den Weg zurück ins Hotel gemacht.

Ligaspiel im Estadio de Azteca

Nach dem kurzen Zwischenstopp im Hotel haben wir uns mit den öffentli­chen Verkehrsmitteln auf den Weg ins Aztekenstadion im Stadtteil Espartaco gemacht. Das Aztekenstadion (Estadio Azteca) ist eine 1966 errichtete Kon­zert- und Wettkampfstätte. Es hat eine Kapazität von 105.000 überdachten Sitzplätzen und ist seit dem Rückbau des Maracanã-Stadions das nunmehr drittgrößte Fußball-Stadion der Welt.

Die legendäre Sportstätte war als einzige zweimal Austragungsort eines Finalspiels der Fuß­ball-Weltmeisterschaft: Zum Einen 1970, mit damals max. 107.494 Zuschauern und zum An­deren 1986 mit 114.464 Sitzplätzen (Bei dieser WM wurde auch das Tor von Diego Mara­dona geschossen, welches besser bekannt ist als „Die Hand Gottes“).

Im “Estadio Azteca” haben wir uns das Ligaspiel CF America gegen Queretaro FC angeschaut. Das Spiel ging 6:0 für die Heimmannschaft aus. Die Tore erzielten dreimal A. López und je­weils ein Tor Reyna, L. Sandoval und D. Márquez. Trotz einer 6:0 Niederlage für Queretaro FC waren ihre Fans über 90 Minuten lang in guter Stimmung und beide Seiten trennten sich friedlich.

Autor: Cem Cakrak

Tag 2

Nach langem Flug und einer kurzen Nacht beglei­tete uns Herr Florian Link von der Firma Peri über zwei Baustellen in Mexico City.

Zuerst besichtigten wir ein Regenrückhaltebecken im Rahmen eines Autobahnneubaus. Diese Maut­straße verbindet die Autobahnen Mexico-Quere­taro, Mexiko-Pachuca, Penon Texcoco und die Puebla-Morelos. Der Circuito Exterior Mexiquense befindet sich im mexikanischen Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Jedoch sind 46 % der Investoren Ausländer. Das Projekt ist in 4 Teilstücke unterteilt.

Diese Straße die auch Nepantla und Jorobaso verbindet, erzielt eine Länge von 155 km. Die Investitionen der ersten drei Aus­baufasen beträgt ca. 1,54 Milliarden €. Die erste Phase ist be­reits komplett fertiggestellt und ist mit ca. 120.000 Fahrzeugen pro Tag belastet. Die Be­triebszeit ist vertraglich auf 33 Jahre und 10 Monate festgelegt. Der Auftraggeber ist der Staat Mexico, der Betreiber die mexikanische Baufirma OHL. Die Mautgebühren für einen PKW betragen 1,50 Peso/km (0,08 €/km). Bei einem LKW werden 5,0 Peso/km (0,30 €/km) fällig.

Das Regenrückhaltebecken, welches hauptsächlich das anfal­lende Regenwasser der Straße aufnehmen wird, wurde mit Hilfe der Peri Trio Rahmenschalung errichtet. Aus diesen ein­zelnen „Paneelen“ wurden dann 7, gleich große Rasterele­mente erstellt. Die Elemente hatten jeweils eine Höhe von 7,20 m und eine Breite von 2,70 m. Somit hat die gesamte Schalung eine Breite von 18,90 m. Mit Hilfe eines Autokrans wurde das letzte Stück Schalung, nach Aushärtung des Betons, an die vorderste Stelle gesetzt und weiter „Nass in Nass“ fortlaufend betoniert. Die Schalung kann einen Frischbetonseitendruck von 80 kN/m² auf­nehmen.

Anschließend besichtigten wir ein Hochhausneubau im Zentrum der Stadt. Das Reforma 27 befindet sich im Zentrum Mexico Citys an der Avenida Reforma. Das 25-stöckige Gebäude ist momentan im Bau und wird eine Höhe von 108 m erreichen, wobei sich weitere 9 Stock­werke im Untergrund befinden. Die Kosten des Projekts betragen rund 33,5 Mio. €. Die Architektur sowie die Idee vom Einsatz des roten Betons stammen von Alberto Kalach, einem mexikanischen Architekten. Die Farbe des Betons ent­steht durch Zugabe roten Sandes.

In der Woche werden 650 m² Wände erstellt. Als Besonderheit konnten wir viel über die aufwendige Gründung erfahren. Aufgrund der extrem schwierigen Baugrundverhältnisse werden die Planer und ausführenden Unternehmen immer wieder vor große Herausforde­rungen gestellt. Mit der Einladung in ein typisches mexikanisches Restaurant durch die Firma PERI wurde der Tag abgerundet.

Autor: Andreas Staudenmaier

Tag 1

Am Freitag, den 5 März 2010 sollte unsere Exkursion nun endlich starten. Die ersten Exkursi­onsteilnehmer starteten bereits um 4.50 Uhr aus Richtung Biberach. So wurde der Zug nach und nach immer voller, bis wir schließlich den Bahnhof am Frankfurter Flughafen erreichten. Dort angekommen wurden wir auch schon von Mitarbeitern der Firma Züblin empfangen. Nach kurzer Wartezeit, bis auch die Exkursionsteilnehmer Gero von Gersdorff und Cem Cak­rak den richtigen Bus gefunden hatten, konnte es jetzt zur Baustelle der Firma Züblin gehen.

Nachdem jeder einen Flughafenausweis erhalten hatte, konnten wir mit dem Bus auf das Flughafengelände gelangen. Trotz der großen Teilnehmeranzahl ging die Ausgabe der nöti­gen Ausweise sehr rasch voran. Auf dem Gelände angekommen, wurden wir dann anschlie­ßend von dem Projektleiter vor Ort in Empfang genommen. Dieser gab uns eine kurze Ein­führung in das Projekt und schilderte uns die aktuellen Tätigkeiten auf der Baustelle.

Bei der Baustelle handelt es sich um den Neubau des Kontrollturms am Frankfurter Flughafen. Notwendig wird dieser durch die neue, zusätzli­che Start- und Landebahn am Frankfurter Flug­hafen. Auftraggeber ist die Deutsche Flugsiche­rung (DFS). Der Tower hat eine Gesamthöhe von 72 m. Zur Unterstützung der Flughafenverwal­tung ist unmittelbar neben dem Turm ein zwei­geschossiges Bürogebäude auf dem beengten Grundstück angeordnet.

Nach der Einführung und einer kleinen Stär­kung ging es nun an die Baustellenbesichti­gung. Hierbei unterteilten wir uns in drei Gruppen und konnten das komplette Ge­bäude besichtigen. Auf dem Tower ange­kommen, konnten wir einen phantastischen Ausblick über den Flughafen und die Skyline von Frankfurt genießen. Bei dieser Gelegen­heit möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei der Firma Züblin bedanken. Organisiert wurde diese Besichtigung unter anderem von Lucas Engelhardt (P6), der dort sein Praktikum verbrachte.

Bei dieser Baustellenbesichtigung konnten wir einen sehr guten Einblick gewinnen, auf was es im Allgemeinen ankommt, wenn man auf einem Flughafengelände baut. Zum Einen gibt es sehr oft beengte Platzverhältnisse, die den Baustellenablauf in seiner Rangfolge sehr stark beeinflussen können. Zum Anderen ist die Bauweise sehr speziell. Fast in jedem Be­reich des Flughafens muss darauf geachtet werden, dass die vorhandenen Systeme alle mehrfach redundant vorhanden sein müssen. Zum Beispiel ist im neuen Tower ein Not­stromaggregat mit eingebaut, das im Falle eines Stromausfalls sofort anspringt.

Im Anschluss an die Baustellenbesichtigung machten wir uns auf den Weg Richtung Termi­nal. Vor dem Verlassen der Baustelle fanden wir uns aber noch zum obligatorischen Grup­penfoto zusammen. Danach ging es aber wieder in den Bus und anschließend in Richtung Terminal.
Da noch ein bisschen Zeit vorhanden war, konnten wir noch am mit Abstand größten deut­schen Flughafen verweilen. Zugleich ist der Frankfurter Flughafen eines der weltweit bedeu­tendsten Luftfahrtdrehkreuze. Gemessen am Passagieraufkommen ist er nach London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle der drittgrößte Flughafen in Europa und liegt im weltweiten Vergleich auf Platz 9. Er weist das zweitgrößte Frachtaufkommen aller europä­ischen Flughäfen auf. Betreiber in Frankfurt ist die Fraport AG. Im Jahr 2009 wurden in Frankfurt insgesamt 50,9 Millionen Passagiere abgefertigt.
Das nebenstehende Foto gibt einen Überblick über die Dimensionen des Frankfurter Airports. Des Weiteren kann man die neue Start- und Lan­debahn erkennen, die sich momen­tan im Bau befindet.

Beim Check – in gab es in Frankfurt keine Probleme, somit konnten wir planmäßig um 13.50 Uhr in Richtung Mexiko City starten. Nach einem ruhigen und größten­teils angenehmen Flug landeten wir um 21.30 Uhr Ortszeit in Mexiko City. Nach einigen Problemen bei der Passkontrolle machten wir uns schließlich auf den Weg ins Hotel, das ca. 25 Minuten entfernt vom Flughafen lag. Um ca. 0.30 Uhr erreichten wir dann schlussendlich unser Hotel.

Autor: Jan Müller