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Tag 17 + 18

Der 17. Tag unserer Exkursion begann für die meisten schon um ca. 4:30 Uhr. Nach einem kurzen Aufenthalt unter der Dusche ging es ab zum nahrhaften Frühstück in die Hotellobby. Ein paar „Pancakes“ später wartete auch schon der Bus zum Flughafen auf uns. Die Sicher­heitskontrollen waren dieses Mal recht schnell überstanden und es ging auf den Kurzstre­ckenflug Panama-Mexiko.

Der Flug hatte für die meisten die Dauer eines kurzen Nickerchens und endete recht ent­spannt am ersten Flughafen der Exkursion. Nach kurzem Abwarten, ob es dieses Mal alle durch den Zoll geschafft hatten, ging es weiter auf unseren Tagesausflug zu den schwim­menden Gärten von Mexiko.

Die U-Bahn Fahrt dorthin gestaltete sich äußerst abenteuerreich, da unser Fahrer wohl et­was im Verzug war und darum die Türen der U-Bahn so schnell öffnete und auch wieder schloss, dass es schwer war als Gruppe zusammen zu bleiben. Speziell Professor Holldorb erwies sich als äußerst geschickt beim Öffnen von geschlossenen U-Bahntüren…

Von der Endstation der Linie 2 „Tasqueña“ ging es weiter mit dem Bus nach „Xochi­milco“, den besagten schwimmenden Gär­ten von Mexiko, einem sowohl bei Einheimi­schen wie Touristen beliebten Ausflugsziel. Die Anlage besteht aus künstlich angelegten Kanälen von etwa 150 km Länge mit künstli­chen Inseln, auf denen ganzjährig allerhand Pflanzen angebaut werden können.

Nach den üblichen Verhandlungen über den Preis einer Bootstour inklusive Wegzehrung konnten wir die eindrucksvolle Anlage in Ruhe begutachten. Auch an diesem Tag war Mexiko mal wieder für eine Überraschung gut!

Nach einer kleinen Stärkung aus einer schwimmenden Küche, inklusive in den Ka­nälen gewaschenem Geschirr, traten wir auch schon wieder den Rückweg Richtung Stadtmitte an. Hier teilte sich die Gruppe Während die eine Hälfte die Ruhe des Flughafens vorzog, ließ es sich die andere nicht neh­men, unserer mexikanischen Stammkneipe dem „La Pata Negra“ in Condesa einen letzten Besuch abzustatten.

Pünktlich um 21:00 fanden sich dann doch alle auf dem Flughafen ein. Der Flug gestal­tete sich für die wenigen unter uns, die leichte Flugangst hatten, etwas nervenauf­reibend, da über dem Golf von Mexiko leichte Turbulenzen zu spüren waren.

Ansonsten verlief alles recht reibungslos, kurzer Zwischenstopp in Paris, die Ankunft in Frankfurt und das kurze Zittern, ob der letzte Zug nach Biberach noch zu erreichen sei. Um ca. 00:00 Uhr kamen wir schließlich mit dem letzten Zug in Biberach an.

Autor: Andreas Hauber

Tag 16

Die Taboga Insel liegt auf der Pazifikseite von Panama, 20 km direkt vor der Kanaleinfahrt und gilt als der Lieblingsstrand für die Panamenos am Wochenende. Unter der Woche ein Paradies für Ruhesuchende, ein perfekter Ort, um den letzten Tag genießen zu können. Auf dieser Insel entschied sich Pizarro Peru zu erobern und auf ihr steht die zweitälteste Kirche der südlichen Hemisphäre.

Pater Hernando de Luque gründete auf der Insel Taboga 1524 das Dorf San Pedro, welches auch Namensgeber der Insel war. Später erst wurde Sie umbenannt, nach dem indianischen Wort „aboga“, was so viel heißt wie „viel Fisch“.

Typisch für Siedlungen in der Neuen Welt wuchs auch San Pedro um die Kirche San Pedro. Die ersten Einwohner Tabogas waren versklavte Indios aus Venezuela und Nicaragua, welche sich um die Bedürfnisse der Konquistadors kümmern mussten.

Der Freibeuter Henry Morgan gab, nachdem er Panama City dem Erdboden gleich gemacht hat, den Befehl auch Taboga Island anzugreifen. Dahinter steckte die Idee, dass Taboga für einige andere Piraten ein Rückzugsort war und deshalb auch einiges zu holen sei. Der My­thos besagt aber, dass, als die Piraten die Insel betraten, sie sich plötzlich einem riesigem Heer gegenüber sahen, angeführt von einer wunderschönen Frau. Die Piraten traten sofort die Flucht an und die Bewohner Tabogas dachten, dass es die heilige Carmen (Schutzpatro­nin der Fischer) war, die ihnen das Leben gerettet hat. Deshalb wird auch bis heute der 16. Juli auf Taboga jedes Jahr mit einem Fest, das „Fest der Flucht der Piraten“ gefeiert.

Im 17. Jahrhundert wurde die Insel von dem Engländer John Illignworth eingenommen. Die Bewohner flüchteten alle in die Berge. Drei Bewohner wurden auf der Flucht getötet und ihnen zu Ehren wurden 3 Kreuze aufgestellt, als Mahnmal für die Gestorbenen, welche Ihr Paradies verteidigen wollten. Diese Kreuze stehen bis heute noch, ihr Name „Las tres Cru­ces“. Doch dazu später mehr.

Im Jahre 1887 besuchte Paul Gauguin, der französische Post-Impressionist, Taboga. Einige behaupteten, er wollte sich dort ein Haus kaufen und bekam keines, andere behaupten, dass er mit der Einfachheit Tabogas nicht zurechtkam. Auf jeden Fall reiste er nach einem Monat weiter über Französisch Martinique nach Tahiti.

Taboga und der Kanal sind schon seit dem Jahre 1880 eng miteinander verbunden. Schon die Franzosen gründeten in dieser Zeit ein Erholungsheim für ihre Kanalarbeiter auf der Insel, welches die Amerikaner nach 1905 übernommen hatten. Im 1. Weltkrieg war es ein Gefäng­nis für deutsche Soldaten.

Die Taboga Insel hat sich Ihren Charme der Konquistadors Zeit und von den Anfängen der Neuen Welt bis heute behalten.

Durch Ihre geographische Lage war sie jahrelang ein wichtiger Stützpunkt der Amerikaner zur Kanalverteidigung. Sowohl Schiffshafen für die Atlantikflotte als auch Aussichtsplattfor­men (incl. Bunker) und Geschützstandorte waren Teil der Kanalverteidigung der Amerikaner.

Nach einstündiger Schiffsfahrt spaltete sich die Gruppe. Ein Teil der Gruppe hat es sich nicht nehmen lassen, einen einstündigen Aufstieg über den „Las tres Cruces Pfad“ zu einem Aussichtsplattform mit Bunker auf sich zu nehmen. Der Aufstieg an der Kirche vorbei und danach über ein altes Bachbett war anstrengend aber wunderschön, so konnte man noch einmal die Vielfältigkeit der mittelame­rikanischen Flora und Fauna genießen. Ein Teil der Ge­schichte Tabogas war zum Greifen nahe.

Schweißgebadet konnte daraufhin ein grandioser Ausblick über Panama- City und den Pazifik genossen werden. Die endlose Weite des Pazifiks konnte ebenso bestaunt wer­den wie die einfahrenden Riesen (Panamax Generation) und Kreuzfahrtschiffe. Befremdend für uns war der lockere Umgang mit der Absturzsicherheit. Ohne Absperrung konnte die Bunkeranlage begangen werden. So ein locke­rer Umgang mit historischen Gemäuern wünscht man sich manchmal auch in Europa.

Der Abstieg gestaltete sich mit einer halben Stunde zwar wesent­lich kürzer, aber nicht weniger schweißtreibend. Am Strand trafen wir auf den Rest der Gruppe, um noch die letzten Sonnenstrahlen und das kristallklare Wasser gemeinsam zu genießen.

Nach der Ankunft auf dem Festland trennte sich die Gruppe auf, um verschiedenen Freizeitaktivitäten nach zu gehen. Während der eine Teil bevorzugte sich ins Hotel zu begeben, bevorzugte der an­dere Teil lieber noch einmal die letzte Möglichkeit ein Schnäpp­chen (Panama hat eine MwSt von 5%) einkaufen zu gehen. Die Alt­stadt mit Ihren kleinen Gassen und Plätzen wurde ebenso besucht wie die riesige Shoppingmall. So wurden noch die letzten Souvenirs und Mitbringsel eingekauft und die letzten Eindrücke des Flairs Panamas aufgesogen. Die Mitbringsel gestalteten sich genauso abwechslungsreich wie unser Aufenthalt in Panama. Vom originalen Panamahut über Schmuck und Lederschuhe wurde alles mitgebracht.

Abends gingen alle Exkursionsteilnehmer gemeinsam in einem argentinischen Restaurant essen. Bei sehr gutem Wein und reichlich Fleisch konnten alle noch einmal die Vorzüge La­teinamerikas genießen.

Alles in allem ein ruhiger aber würdiger Abschluss einer absolut gelungenen Exkursion.

Autor: Philipp Walz

Tag 15

Die Tage in Mittelamerika neigten sich dem Ende entgegen. Nach zwei spannenden sowie ereignisreichen Wochen, in denen wir viel gesehen und erlebt hatten, wurden die Anstren­gungen unserer Exkursion langsam bemerkbar. 14 Tage in Flugzeug, Bus und Bahn lagen hin­ter uns, und auch das frühmorgendliche Aufstehen nach langen Nächten hinterließ seine Spuren. Umso besser, dass wir die letzten Tage unserer Exkursion etwas ruhiger angehen lassen wollten.

Daher stand am 15. Tag ein Besuch auf der Isla Grande im Bezirk Colon auf dem Prog­ramm. Sie liegt in der Nähe der Stadt Porto­belo, einem kleinen, aber nicht minder ge­schichtsträchtigen Ort an der Atlantikküste Panamas, 180 Kilometer nordöstlich von Pa­nama Cit,. Die Bucht, in der Portobelo liegt, wurde bereits 1502 von Christoph Kolumbus entdeckt und entwickelte sich anschließend zu einer der wichtigsten Hafenstädte der Spanier in Mittelamerika. Der berühmte Frei­beuter Francis Drake verstarb hier an Fieber, während er 1596 die Stadt belagerte.

Wir brachen bereits um 6 Uhr morgens in Pa­nama City auf. Dank tatkräftiger Unterstützung der Firma LIEBHERR, die diesen Tagesausflug für uns organisiert hatte, durften wir uns auf einen Tag im Bananas Resort freuen. Nach zum Teil aufregenden zweieinhalb Stunden im Bus und nach einer nicht weniger spannenden Bootsfahrt bei starkem Wellen­gang, erreichten wir um 9 Uhr das Bananas Resort. Was uns erwar­tete war ein Abbild dessen, wo­runter sich die meisten Menschen die Karibik vorstellen. Palmen, Meer und Sandstrand.

Das Wetter schien es an diesem Tag leider weniger gut mit uns zu meinen. Trotz grauen Himmels war es jedoch immer noch ange­nehm warm, weshalb sich einige umgehend in die Fluten schmis­sen. Dabei stellte sich heraus, dass der perfekte Sandstrand mit dem Wasser endete und von einem spitzen Riff abgelöst wurde. Diese führte zu unfreiwillig komischen Szenen, als die soeben ins Wasser gestürzten dieses mit schmerzverzerrten Gesichtern wieder verließen. Sie trugen jedoch keine ernsthaften Verletzungen davon. Den Tag verbrachten wir anschließend mit Schwimmen, Schnorcheln und Volleyball. Andere nutzten die Zeit schlicht zur Regenera­tion und machten es sich in den Hängematten gemütlich. Der ein oder andere Cocktail ge­paart mit zwei sprechenden Papageien sorgte für eine blendende Stimmung.

Jedoch muss auch der schönste Tag einmal zu Ende gehen. So verließen wir um 16:30 Uhr, nach sieben Stunden intensiver Entspannung, wieder die Isla Grande. Die Überfahrt mit dem Boot war ähnlich ruppig wie am Morgen, doch wirkte die Stimmung insgesamt gelöster als noch wenige Stunden zuvor. Die Gesichtsbräune tendierte bei einigen bedenklich zur Röte, jedoch wir alle waren gleich entspannt, als wir wieder in den Bus einstiegen. Dieser brachte uns zurück nach Panama City, welches wir gegen 19:30 Uhr erreichten. Das Ende des Tages begingen wir alle gemeinsam mit einem gemütlichen Abendessen. Danach teilte sich die Gruppe auf und während einige noch ein wenig Ruhe im Hotel suchten, machten andere das Nachtleben Panamas unsicher. Insgesamt war es ein toller Tag, der uns allen die Schönheit des Landes Panama noch ein Stückchen näher gebracht hat.

Autor: David Sauerborn

Tag 14

Dieser Tag sollte für uns als angehende Ingenieure sehr interessant werden, da wir für heute 2 Baustellenbesuche geplant hatten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel wurden wir um 9:30 Uhr durch die Firma BAUER mittels Reisebus vor unserem Hotel abgeholt. Die in Deutschland ansässige Spezialtiefbaufirma Bauer unterhält in Panama eine Zweigstelle. Von dort aus ging es direkt zu unserer ersten Baustelle des Tages.

Die Erweiterung der Schleusen von Miraflores in Cocoli. Für den Ausbau des Panamakanals und der Schleusen ist die Panamesische Kanalgesellschaft ACP (Autority Canal Panama) ver­antwortlich. Nachdem wir eine Anhöhe über der gi­gantischen Baustelle erreicht hatten, hielt ein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter der ACP auf einer Aussichtsplattform einen ca. 45-minütigen Vortrag über den Bau der neuen Schleusen und die Gründe für die Erweiterung des Kanals.

Am 3. September 2007 wurde entschie­den, die beiden bereits bestehenden Schleusen von Miraflores um eine weitere, dritte  Schleuse zu erweitern. Die neuen Panama-Kanal-Schleusen (sowohl auf der Pazifik- als auch auf der Atlantikseite) werden 427 Meter lang und rund 55 Meter breit sein – das entspricht in etwa der Größe von vier Fußballfeldern! Die Gründe hierfür liegen in der Einführung der neuen Postpanamax Frachtschiffe. Diese Schiffe unterscheiden sich in den bisherigen Frachtschiffen vor allem in einem Punkt: Lade­volumen! Statt der bisher Maximal 4.400 Container können durch die Panamamax Schiffe nun 3mal so viele Container (rund 12.000 Stück) transportiert werden. Zudem wird durch das neue Schleusensystem eine Wassereinsparung von 60 % erzielt. Durch den Ausbau erhofft sich die ACP eine Verdoppelung der Kapazität bis zum Jahre 2014. Nach zahlreichen Informationen rund um die Erweiterung haben wir unsere erste Tagessta­tion durch das obligatorische Gruppenfoto mit dem Kanal im Hintergrund abgeschlossen.

Im Anschluss fuhren wir über eine Mautstraße zu unserer nächsten Baustelle. In der nördli­chen Hafenstadt Colon erweitert derzeit die Firma BAUER die Freihandelszone im Hafen Cris­tobal. Als Gründung für die Erweiterung des Hafens dient eine kombinierte Pfahl-Plattengründung mit Ortbeton-Bohrpfählen. Diese werden im Drehbohrverfahren hergestellt. Insgesamt sind für den Ausbau 105 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,37 Metern und einer Länge zwischen 25 und 42 Metern vorge­sehen. Es war eine schöne Baustelle, da uns die Mitarbeiter der Fa. BAUER während unseres gesamten Besu­ches Rede und Antwort standen.

Auf dem Rückweg in die Haupt­stadt machten wir noch einen Stop bei den nahe gelegenen Gatun-Schleusen. Diese sollen gleich wie die Miraflores-Schleusen um eine Schleuse erweitert wer­den. Durch einen uns zur Verfügung gestellten Führer erhielten wir zusätzliche Informationen über den Ausbau des Kanals.

Nachdem wir nach diesem doch anstrengenden, aber sehr informativen Tag unser Hotel er­reicht hatten, entschied sich der Großteil unserer Gruppe, den Abend bei einem verdienten Bier in einem Pub ausklingen zu lassen.

Autor: Matthias Kummer

Tag 13

Vergleichsweise spät startete unser heutiger Tag um 8.45 Uhr, als wir mit dem Bus zu den Schleusen von Miraflores fuhren. Mit dabei war unser deutscher Tourguide Klaus. Als wir ankamen, konnten wir zunächst auf einer Aussichtsplattform beobachten, wie ein großes Kreuzfahrtschiff in der zweiten Schleuse angehoben wurde. Dieses Schiff war eines der grö­ßeren, die durch den Panamakanal fahren dürfen, weshalb es auch eine ungefähre Durch­fahrtsgebühr von 300.000 $ zahlen musste. Insgesamt schafft es die verwaltende Schiff­fahrtsbehörde des Panamakanals, die Autoridades del Canal de Panama pro Tag ca. 40 Schiffe durch den Kanal zu schleusen, wobei eine Durchfahrtsgebühr je nach Größe des Schiffes von 100.000 bis 300.000 $ erhoben wird. Klaus konnte uns eine Menge über den Panamakanal erzählen und relativ schnell wurde uns bewusst, dass der Ausdruck 8. Welt­wunder keineswegs übertrieben ist.

Anschließend sahen wir in einem Kinosaal zwei kurze Informationsfilme zum Pana­makanal. Im Anschluss gingen wir noch in ein Museum in dem wir etwas über die Geschichte des Panamakanals, die im Dschungel lebenden Tierarten und die Technik des Schleusensystems erfuhren.

Den Anfang des Baus des Panamakanals machten 1881 die Franzosen unter der Führung von Graf Ferdinand de Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals. Geplant war ein normaler Kanal, der die beiden Meeresspiegel des Pazifiks und der Atlantischen Karibik verbinden sollte. Dies hätte jedoch extreme Folgen gehabt. Da durch die Gezeiten insgesamt ein Höhenunterschied von 6 m vorhanden ist, wäre das Wasser aus dem Kanal geschossen und der gesamte Kanal mit seinen dazugehörenden Seen wäre mit Salzwasser vollgelaufen. Dies hätte massive negative Folgen für den tropischen Feuchtwald gehabt.

Das Unterschätzen des Erdvolumens und die Krankheiten Malaria und Gelbfieber drängten die Franzosen zur Aufgabe des Baus. Insgesamt starben zu dieser Zeit 22.000 Menschen, was eine Rate von ungefähr 7,5 Menschenleben pro Tag ausmachte.

Im Jahre 1902 verkaufte die Auffanggesellschaft den Kanal für 40 Mio. $ an die USA, die un­gefähr 40 % der bisherigen Arbeiten verwenden konnten.

Im April 1905 wurde der Kanalbau dem Ingenieur John Frank Stevens anvertraut. Er er­kannte, dass die größten Schwierigkeiten die Krankheiten darstellten und dass er zuerst die Lebenszustände der Arbeiter verbessern musste.

Mit seinem Einsatz erwarb er sich ihren Respekt, so dass er sich der eigentlichen Herausforderung stellen konnte: Der Planung der Logistik und dem Aufbau der Organisation. Als er damit fertig war, kündigte er überraschend und zum Unmut Theodore Roosevelts mit der Erklärung, er habe seinen Vertrag aufs Wort erfüllt. In diesem hieß es, er solle solange daran arbeiten, bis er selbst mit Sicherheit sagen könne, dass es gelingen oder scheitern wird.

Im April 1907 verließ Stevens den Kanal und die Arbeit wurde von Generalmajor George Washington Goethals fortgesetzt, der besonders von US-Präsident Theodore Roosevelt un­terstützt wurde. Roosevelt hatte ihn u.a. ausgesucht, weil er als Militärangehöriger nicht kündigen konnte wie sein Vorgänger. Die Kosten des nun mit Schleusen und Stauseen erbau­ten Panamakanals beliefen sich auf 386 Millionen US-Dollar, und während der Bauarbeiten von 1906 bis 1914 starben 5.609 Arbeiter an Unfällen und Krankheiten (noch etwa 1,9 To­desfälle pro Tag). Insgesamt forderte der Bau des Panamakanals somit circa 28.000 Men­schenleben. Am 15. August 1914 erfolgte die erste Durchfahrt durch den heutigen Panama­kanal. Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurden die Eröffnungsfeierlichkeiten abgesagt und erst 1920 nachgeholt. Nachdem die USA nach Fertigstellung des Kanals die Hoheit über den Kanal hatten, führte dies immer wieder zu Aufständen der Einwohner von Panama. Auch der Versuch, die Flagge von Panama neben der der USA zu hissen, scheiterte, wodurch die Vereinigten Staaten gezwungen waren, den Kanal an Panama zu übergeben, was am 31. Dezember 1999 um 12 Uhr geschah.

Nach der Besichtigung der Schleusen fuhren wir in die Stadt zurück, wo jeder seinen Tag selbständig ausklingen lassen konnte. Ein Teil unserer Gruppe nutze dies, um in der Stadt shoppen zu gehen, andere besuchten den Fischmarkt und manche nutzten den Rest des Ta­ges, um einfach mal wieder entspannen zu können.

Autor: Philipp Waldraff

Tag 12

Die Tage in Panama wird wohl niemand so schnell vergessen, denn sie waren die klimatisch anstrengendsten auf unserer Reise. Und so hatte wohl jeder in der ersten Nacht im Hotel Bella Vista seine Mühen, den fehlenden Schlaf aufzuholen. Hierfür gab es zwei Gründe: Die einen schalteten die laute Klimaanlage aus und schliefen stattdessen in einem heißen Zim­mer. Die anderen bevorzugten ein kühles Zimmer, wurden aber aufgrund der ratternden Klimaanlage um ihren Schlaf gebracht. Und so war es nur verständlich, dass die Gesichter an diesen Morgen etwas verschlafen wirkten.

Nichts desto trotz, überraschte uns das Hotelpersonal mit einem unerwartet guten Frühs­tück. Cafe con laitje (Milchkaffee), Rührei, Tost, Orangensaft sowie Obst brachten uns wieder auf Trab. Denn pünktlich um 7.30 Uhr stand unser Tour Guide „Klaus“ mit dem Bus vor dem Hotel. Warum so früh, dachten sich manche. Jedoch sollte der frühe Start uns vor der extre­men Mittagshitze bei unserer geplanten Bootsfahrt bewahren, aber nun Schritt für Schritt.

Gegen 7.50 Uhr war dann klar, dass einige heute lei­der im Hotel bleiben mussten, da sie sich nicht weit vom edlen Toiletten-Porzellan entfernen durften. Woran das genau lag, haben wir nicht herausgefun­den, jedoch hatten einige von uns mit ähnlichen Er­scheinungen zu kämpfen. Und so ging es los zu unse­rer ersten Station, dem Soberania Nationalpark.

Der „Parque Nacional Soberanía“ ist das ideale Ziel für alle, die zwar die vielfältige Natur eines tropi­schen Feuchtwaldes kennenlernen möchten, jedoch vor den körperlichen Anstrengungen einer richtigen Tropenexpedition zurückschrecken. Das Gelände des Nationalparks beginnt nur wenige Kilometer von Panama City und erstreckt sich über 22.100 ha am Ostufer des Kanals entlang. Ein „Waldlehrpfad“ führte uns hier durch das Unterholz. Und jeder konnte die Vielfalt des Feuchtwaldes selbst erleben. Die Besonderheiten des Parks sind neben 525 Vogelarten und 105 Säugetierarten, 79 Reptilienarten, 55 Amphibienarten auch 36 Arten von Süßwasserfischen. Leider konnten wir hiervon nur ein paar Vögel, Riesenamei­sen, Käfer und anderes Kleingetier beobachten. Doch mit den besonderen Geräuschen der Riesengrille und dem Gebrüll der Brüllaffen fühlte man sich schnell in eine Filmkulisse von „Tarzan und Jane“ versetzt. Der Soberanía Nationalpark ist ein so genannter „Sekundär­wald“. Das bedeutet, dass der Bestand nicht auf den natürlichen Urzustand zurück zu führen ist. Denn beim Bau des Panamakanals wurden die Wälder ausgebeutet, um Baumaterialien zu gewinnen. Man erkannte schnell, dass der Wald sehr wichtig ist zum Schutz des Rio Chag­res und zur Speisung des Kanals mit Süßwasser. Dieser ist Haupt-Wasserlieferant des Pana­makanals und sorgt dafür, dass die Schleusen und somit der Kanal funktionieren. Das Wasser des Rio Chagres wird im Gatún-See, welcher beim Bau des Kanals entstanden ist, gestaut und beinhaltet das längste Stück der Fahrrinne für die Schiffe. An seinen Ufern trifft man auf exotische Tiere und Pflanzen, dazu jedoch später mehr.

Am Ufer des Flusses ange­langt, verteilten wir uns gerecht auf drei Boote. Sollte heißen, das kleinste Boot für unsere Schwerge­wichte, ein weiteres Boot für alle, die über Seekrank­heit klagten, und der Rest landete auf dem Boot mit dem stärksten Motor. Nun ging es über den Fluss raus auf den Kanal und Richtung Atlantik. Hier konnten wir die Dimensionen von Schiffen, Schleusen und Arbeitsgeräten im Kanal hautnah erfahren. Ganz besonders der 1941 in Deutschland gebaute Schwimmkran „Titan“ lies das Ingenieursherz höher schlagen. Mit seinen 350 t Tragkraft und einer Höhe von max. 114 m ist der Kran eine imposante Kons­truktion.

Weiter ging die Fahrt vorbei an Baggerschiffen und Bohrschiffen in einen Seitenarm des Ka­nals. Gespannt suchten wir die Wasseroberfläche und das Ufer nach den verspro­chenen Tieren ab. Und tat­sächlich, unsere wachsamen Kapitäne entdeckten Affen, Exen, Krokodile und die ver­schiedensten Vogelarten. Das echte Highlight folgte ein paar Flussinseln flussab­wärts. Unsere Melonen, als kleiner Snack gedacht, lock­ten einige hungrige Affen auf unsere Boote. Auch wenn diese Affen ca. 60 % ihres Lebens mit Schlafen verbringen, waren sie in diesem Moment hellwach und schnappten sich die Stücke aus unserer Hand. Auf der Rückfahrt zu unserer Anlegestelle konnten wir das An­docken eines  Schleppschiffes an einen Frachter live miterleben. Kaum vorzustellen, dass so ein kleines Schleppschiff, einen Panamax – Frachter im Notfall abbremsen kann, bevor dieser in die Schleusentore fährt und größeren Schaden anrichtet. Jedoch versicherte uns Klaus, dass das noch nie vorgekommen sei.

Geplagt von der Sonne und den ungewohnten Bewegungen der Boote traten wir die Rück­fahrt nach Panama an. Spontan bot der Busfahrer uns an, über die am 14. August 2004 von der Firma Bilfinger Berger fertiggestellte neue Panamakanalbrücke zu fahren. Nicht, dass eine Brücke sehr spannend für uns ist, doch die Puente Centenario, überspannt 420 m auf einer Höhe von 80 m über dem Kanalwasserspiegel. Mit Hilfe der 178 m hohen Pylone und der schräg angeordne­ten Seile wollte sich der damals schei­dende Präsident ein Denkmal setzen, was ihm mit diesem Bauwerk eindrucksvoll gelungen ist.

Zurück in Panama City setzte uns Klaus am Fuße des Ancun Hill an einem Restaurant ab. Wir wollten uns noch stärken, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Ancun Hill machen wollten. Dieser sollte nämlich rund 1 Stunde dauern, ist aber bei der tropischen Hitze ein anstrengender Spaziergang. Gestärkt ging es dann durch den Verwaltungsbezirk des Kanals auf den Berg, auf dessen Gipfel die Nationalflagge Panamas weht. Von hier oben hatten wir einen traumhaften Ausblick über die ganze Stadt, den Kanal und die vorgelagerten Inseln im Pazifik. Gegen 17.30 Uhr setzte dann der Sonnenuntergang ein und es entstand eine wunderschöne Abendstimmung.

Autor: Ferdinand Märker

Tag 11

Am frühen Montagmorgen mussten wir uns von dem sehr familiär geführten Hostel in Gua­temala City verabschieden. Erneut blieb uns nicht viel Schlaf, da wir uns bereits um 5.15 Uhr mit Sack und Pack vor dem Hostel einfinden mussten. Der bereitgestellte Bus brachte uns direkt zum nahegelegenen Flughafen. Dort erwartete uns ein eigenwilliges Eincheckverfah­ren. Zuerst wurden alle Koffer nacheinander gewogen und verladen. Erst danach bekamen wir die Tickets und passierten die Sicherheitsschleusen. Die letzten Quezales wurden in den Duty Free Shops ausgegeben.

Um 8.05 Uhr hob unser Flieger planmäßig nach Costa Rica ab. Nach einer sehr turbu­lenten Landung bestiegen wir sofort unseren Anschlussflieger, der um 10.23 Uhr den Flug­hafen Richtung Panama City verließ. Nach erneuter Zeitverschiebung erreichten wir unseren Zielflughafen um 12.50 Uhr. Dieser Flughafen liegt auf 41 Meter Höhe und ver­fügt über zwei betonierte Start- und Lande­bahnen. Der Flughafen Tocumen hat über 4,5 Millionen Start- und Landevorgänge im Jahr.

Unser Tour-Guide Klaus erwartete uns bereits und brachte uns mit dem Bus ins Hotel Bella Vista (über­setzt: „schöne Aussicht“) in die zentral gelegene Via Espania. Während der Fahrt beeindruckte uns die imposante Skyline von Panama City. Klaus versorgte uns während dieser Fahrt schon mit einigen Infor­mationen über die Stadt, die etwa eine Millionen Einwohner zählt.

Nach zügigem Einchecken im Hotel trafen wir uns nach kurzer Verschnaufpause um etwa 15.30 Uhr zu einer Stadtrundfahrt und anschließendem Altstadtbesuch. In diesem Stadtteil San Felipe erwartete uns ein kontrastreiches Bild. Mit seinen fünf verschiedenen Baustilen gehört San Felipe zum UNESCO Weltkulturerbe. Die meist verfallenen Bauwerke sollen nach und nach wieder restauriert werden.

Besonders faszinierend war ein 16 m langer gemauerter Rundbogen, der die gesamte Geschichte Panamas beeinflusste. Als es um die Standortfrage des Kanals zwischen Pazifik und Atlantik ging, wurden die Län­der Nicaragua und Panama aufgefordert eine Postkarte dem Kanalausschuss zuzu­senden. Nicaragua beeindruckte mit einer Vulkanlandschaft und Panama mit dem zuvor genannten Rundbogen. Aufgrund dieser beiden Postkarten war für den Aus­schuss relativ klar, dass Nicaragua aufgrund seines erdbebenreichen Landes nicht für den Bau in Frage kam. Somit stand dem Bau des heute wirtschaftlich unverzichtbaren Panama­kanals nichts mehr im Wege.

Der Kanal war bis 1999 in amerikanischem Besitz. Die ganze Verwaltung befand sich im Stadtteil Balboa, aber der amerikanische Einfluss ist in der gesamten Stadt nach wie vor zu finden. Zum Beispiel sind die Verkehrswege nach amerikanischem Vorbild in Blöcke aufge­baut. Auch die alten, amerikanischen Schulbusse werden für den öffentlichen Nahverkehr verwendet. Mit diesen farbenprächtig bemalten Bussen kann man für nur einen Quarter-Dollar durch die ganze Stadt fahren. Nur die Münzwährung hat zum Teil eine eigene Prä­gung. Die Scheine sind die US-Dollar und somit auch offizielles Zahlungsmittel.

Wirtschaftlich gesehen lebt das Land hauptsächlich durch den Export von Bananen, Kaffee und Fisch. Hierbei ist zu erwähnen, dass Deutschland Hauptabnehmer der Chiquita Bananen ist.

Man findet sehr wenig Industrie in Panama. Das Land lebt vom Dienstleistungsservice. Des Weiteren berichtete unser Reiseführer, dass 20-25 % der Bevölkerung aus Indianern besteht. Diese sind gut integriert und haben ein Mitspracherecht in der Regierung.

Die Farbe Rot der Nationalflagge steht für die Liberalen,  Blau für die Konservativen und Weiß steht für den Frieden.  Die zwei Sterne stehen für die beiden politischen Parteien.

Bei der viel diskutierten Frage, wie sich die Bevölkerung von Panama nennt, kamen witzige Kreationen heraus. Von Pa­namanesen, Panamalteken, Panananos und Panamanier stellte Klaus klar, dass es sich um Panamenós handelt.

Nach den ersten Eindrücken und Fakten über die Stadt neigte sich ein langer Tag dem Ende zu. Wir trennten uns von unserem Tour-Guide Klaus, der uns noch einige kulinarische Emp­fehlungen gab. Getrennt in Gruppen nahmen wir diese wahr und gingen zum Abendessen in die zahlreichen Restaurants der Stadt.

Autoren: Regina Kiekopf und Melina Uhlig

Tag 10

Unsere Reise nach Tikal starteten wir am Sonntag, den 14. März 2010. Bereits um 5.30 Uhr morgens machten wir uns mit dem Bus auf zum Flughafen von Guatemala City. Am Flugha­fen empfing uns unser Reiseführer. Abflug nach Flores war bereits um 6.30 Uhr.

Nach einem kurzen, zirka einstündigen Flug mit einer kleinen Propellermaschine wollten wir uns gleich mit dem Bus auf die Weiterfahrt nach Tikal machen, allerdings trafen wir dort auf einen zweiten Reiseführer, der durch ein Missverständnis ebenfalls gebucht wurde. Nach kurzer Diskussion behielten wir jedoch unseren bisherigen Reiseführer und die Gruppe be­stieg den bereitstehenden Bus. Schon zu Beginn der Fahrt bemerkten wir, dass der Bus Probleme beim Anfahren hatte. Gegen 9.00 Uhr hatten wir schließlich eine Panne. Tief im Dschungel mussten wir ungefähr 45 Minuten warten, ehe uns ein Reservebus zu den Maya­ruinen brachte.

Besonderes Zitat unseres Reiseführers: „So was muss man erlebt haben, sonst hat man nichts zu erzählen. Guatemala ist ein Abenteuer!“

Endlich in Tikal angekommen, startete unsere Führung schließlich um 10.00 Uhr. Kreuz und quer führte uns unser Tourguide auf kleinen, teils sehr engen Pfaden durch den dichten Dschungel mit unzähligen Tieren und einer großen Pflanzenvielfalt. Immer wieder lich­tete sich die Vegetation und atemberau­bende Tempel und Pyramiden ragten in die Höhe, wodurch  wir die 2. Hochkultur Mit­telamerikas kennen lernten.

Die Maya – Stätte im Norden Guatemalas in Tikal (250 m ü. NN) ist ein absolutes „Muss“ für alle Guatemala-Besucher. Tikal liegt im Regenwald des Petén auf der Halbinsel Yu­catan und erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern, wovon der zentrale Bereich rund 16 Quadratkilometer einnimmt, welcher über dreitausend Bauten aufweist. Die Bauwerke erstrecken sich von kleinen Steinhäuschen bis zu riesigen Pyrami­den. Die ersten Bauern ließen sich ca. 600 v. Chr. nieder. Erste Gebäude wurden um 200 v. Chr. errichtet. Paläste und weiträumige Anlagen sollen zur Hochzeit der Mayas hier in Tikal zwischen 55.ooo und 8o.ooo Menschen beherbergt haben. Zentrum der weitläufigen Anlage ist der Große Platz, auf dem sich die beeindruckenden Tempel I und II in Ost-West-Richtung gegenüber stehen. Das höchste Bauwerk ist der Tempel IV mit einer Höhe von 64 Metern.

Einige der hohen Tempel konnten wir besteigen. Oben angekommen, konnten wir einen gigantischen Ausblick über die scheinbar unendliche Dschungelumgebung genießen.

Der Urwald rund um Tikal ist bekannt für seine zahlreichen Vogelarten, die Brüllaffen, Nasenbären und Jaguars. Das gesamte Gebiet rund um Tikal wurde 1955 zum Nationalpark erklärt und gehört heute zum UNESCO Welt­kulturerbe. Der kleine Flugplatz inmitten der Anlage wurde stillgelegt, eine asphaltierte Zufahrtsstraße von Flores gebaut und an der Straße in Tikal eine touristische Infrastruktur errichtet. Nach unserer Maya-Dschungel-Sa­fari wurde gemeinsam gegen 15 Uhr zu Mit­tag gegessen. Zum Essen bekamen wir alle Hähnchen mit Reis und Gemüse. Unter dem Pal­menblätterdach spielten dazu zwei Musiker alte Mayamelodien und der Reiseleiter löste sein Versprechen ein: Für die uns aufgrund der Buspanne entstandenen Unannehmlich­keiten hat er sich bei allen Teilnehmern mit einer Flasche kühlem Bier entschuldigt. Um 16.15 Uhr traten wir unsere Heimreise mit dem Bus an. Auf der kleinen Insel „Isla Flo­res“ legten wir noch einen Zwischenstopp ein, um uns die Wartezeit bis zum Rückflug nach Guatemala City zu verkürzen. Diesen Aufenthalt hat sich jeder durch einkaufen und Kaffee trinken selbst frei gestaltet. Die Stadt Flores in Guatemala ist die Hauptstadt des nördlichsten Departmento El Petén. Neben der Bedeutung als Umschlagplatz für die Produkte aus dem guatemaltekischen Hinterland ist Flores besonders von touristischem Interesse. Der Flugplatz außerhalb der Stadt macht Flo­res zu einem guten Ausgangsplatz für Aus­flüge zu den umliegenden Maya-Ruinen wie Tikal.

Nach einem sehr langen, informativen und wunderschönen Sonntag flog unsere kleine Propellermaschine um 19.10 Uhr ab.

Sehr geschafft verabschiedeten wir uns von unserem sensationellen Reiseleiter mit einer kleinen Prämie und beendeten unseren Tag mit einem kleinen Abendessen in der Stadt.

Autor: Tim Eisele

Tag 9

Der neunte Tag unserer Exkursion startete morgens um 7:30 Uhr. Ausgeschlafen und mit einem herzhaften Frühstück machten wir uns fertig für einen langen Reisetag. Frisch gestärkt empfing uns unser österrei­chischer Tourguide “Robert” am Reisebus, der planmäßig vor unserem Hotel wartete. Dann machten wir uns auf dem Weg nach Panajachel – der wohl bedeutendsten Stadt am Atitlansee. Auf der etwa 3 stündigen Anfahrt dorthin erzählte uns Robert, der seit einigen Jahren in Guatemala lebt und arbeitet, viel über die politische und kulturelle Geschichte des Landes.

Die Reise führte uns durch das vielseitige, guatemaltekische Hoch­land, wo wir einen neuen Einblick in die verschiedenen Vegetationszonen der Region beka­men. Vorbei an vielen kleinen Ortschaften und Feldern wurde uns bewusst, dass Guate­mala im Landesinnern noch eher einem Ent­wicklungsland ähnelt als einem Industriestaat. Nach einer 20 – minütigen Pause an einem Rasthof in 2300 m Höhe fuhren wir immer weiter in den Westen des Landes. Am Rande des großen Kraters hatten wir auf einer Aus­sichtsplattform zum ersten Mal einen Blick auf den Atitlansee. Anschließend fuhren wir hinab und erreichten schließlich um ca. 11:00 Uhr Panajachel am Ufer des Sees.

Die Stadt selber liegt auf 1500 m über dem Meeresspiegel und gilt neben Antigua als eine der Tourismuszentren von Guatemala. Nach der Fahrt durch den Stadtkern, vorbei an unzähligen Souvenirständen, machten wir einen kleinen Spaziergang am Ufer des Sees und hörten weitere Informationen über die geschichtlichen Hintergründe und die Einwohner der Stadt. Anschließend nutzten wir eine kurze Freizeit, um durch die Calle Santander, die Haupteinkaufsstraße von Panajachel, zu schlendern und einen Snack zu uns zu nehmen. Einige verbrachten die Auszeit auch mit dem Kauf von Souvenirs und gingen von einem Verkaufsstand zum anderen. An einer örtlichen Tankstelle trafen wir uns gegen 14 Uhr wieder und brachen dann nach Antigua auf. Beim Aufstieg über die Hochstraße hatten wir noch einen letzten Blick über den malerisch gelegenen See. Der Lago de Atitlan ist der drittgrößte See in Guatemala und bekannt für seine reichhaltige Flora und Fauna.

Er misst eine Fläche von 126 km². Entstanden ist er durch die Explosion eines riesigen Vul­kans, dessen Krater sich danach mit Wasser füllte. Der See ist von den drei kleineren Vulka­nen Tolimán, Atitlán und San Pedro umgeben.

Weiter ging es nun nach Antigua – die alte Hauptstadt Guatemalas während der spani­schen Kolonialzeit war unser nächstes Ziel. Seit 1979 gehört die Stadt mit ca. 35.000 Einwohnern zum Weltkulturerbe der UNESCO. Antigua ist auf Grund seiner geo­grafischen Lage oft von Naturkatastrophen wie Erdrutschen oder Vulkanausbrüchen heimgesucht worden. Auch die Erde hat dort schon oft gebebt. Deshalb gibt es in Antigua kein einziges Hochhaus – was sofort auffällt, wenn man in die Stadt hineinfährt. Es sind auch kaum Neubauten zu finden. Die ge­samte Stadt scheint mit der Zeit bautechnisch stehengeblieben zu sein. Wir fuhren über die alten Pflasterstraßen bis in die Stadtmitte und machten an der „Iglesia de la Merced“, der Kirche der Gnade, zum ersten Mal halt. Das Gebäude mit seinen beeindruckenden weißen Stuck-Verzierungen am Eingangs­portal zog unsere Blicke auf sich. Im Inneren der Kirche waren viele biblische Figuren auf Tragepodesten aufgestellt, die bei den Pro­zessionstagen von den Einwohnern durch die Straßen getragen werden. Ein Sandge­mälde, wie es in der Heiligen Woche aufge­schüttet wird, war auch zu bestaunen. Im Anschluss besuchten wir das gleichnamige, alte Kloster direkt nebenan. Den Innenhof schmückte ein großer, aufwendig gestalteter Brunnen. Dort hatten wir die Möglichkeit ein weiteres Bild mit unserem Banner für unsere Sponsoren zu schießen. Auf dem Dach des Gebäudes genossen wir den Rundblick über Antigua. Nach einem kleinen Fußmarsch durch die Fußgängerzone und der Durchquerung des berühmten „Arco de Catarina“ erreichten wir den „Plaza Central.“ Der Platz liegt zentral in der Innen­stadt und war gefüllt mit Mensch und Leben. Eine Liveband spielte traditionelle guatemalte­kische Volkslieder und sorgte für eine ent­spannte Wohlfühl – Atmosphäre. Hier teilte sich dann die Gruppe auf, um die restliche Freizeit beliebig zu nutzen. Einige von uns gingen weiter durch die alten Einkaufs- und Handelsstraßen der Altstadt, um einzukehren oder Souvenirs zu kaufen. Andere besuchten den alten Bischofssitz, die Ruinen der alten Metropolitana Kathedrale. Dieses Bauwerk beeindruckte durch die gewaltigen Säulenkonstruktionen und ließ erahnen, wie groß die Macht der Kirche zur damaligen Zeit gewesen sein muss. Gegen Nachmittag trafen wir uns dann wieder mit unserem Tourguide am Plaza Central, um danach geschlossen zum Bus, der etwas außerhalb der Stadt geparkt hatte, zu laufen. Noch einmal genossen wir den Blick auf die Stadt ehe wir in den Bus einstiegen, um dann zurück Richtung Guatemala City aufzubre­chen.

Am Hotel angekommen entschloss sich ein Teil der Gruppe den Abend im Hostel zu verbrin­gen und für das Abendessen zu Grillen. Der Rest zog weiter in die Zone 10 der Stadt. Dort trafen sie einige Studenten der Universität von Guatemala, um mit ihnen noch etwas trinken zu gehen und über die Erlebnisse zu berichten. Schließlich ließen wir den Abend in unserem Hostel gemeinsam ausklingen.

Autor: Steffen Schäfer