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Tag 9

Der neunte Tag unserer Exkursion startete morgens um 7:30 Uhr. Ausgeschlafen und mit einem herzhaften Frühstück machten wir uns fertig für einen langen Reisetag. Frisch gestärkt empfing uns unser österrei­chischer Tourguide “Robert” am Reisebus, der planmäßig vor unserem Hotel wartete. Dann machten wir uns auf dem Weg nach Panajachel – der wohl bedeutendsten Stadt am Atitlansee. Auf der etwa 3 stündigen Anfahrt dorthin erzählte uns Robert, der seit einigen Jahren in Guatemala lebt und arbeitet, viel über die politische und kulturelle Geschichte des Landes.

Die Reise führte uns durch das vielseitige, guatemaltekische Hoch­land, wo wir einen neuen Einblick in die verschiedenen Vegetationszonen der Region beka­men. Vorbei an vielen kleinen Ortschaften und Feldern wurde uns bewusst, dass Guate­mala im Landesinnern noch eher einem Ent­wicklungsland ähnelt als einem Industriestaat. Nach einer 20 – minütigen Pause an einem Rasthof in 2300 m Höhe fuhren wir immer weiter in den Westen des Landes. Am Rande des großen Kraters hatten wir auf einer Aus­sichtsplattform zum ersten Mal einen Blick auf den Atitlansee. Anschließend fuhren wir hinab und erreichten schließlich um ca. 11:00 Uhr Panajachel am Ufer des Sees.

Die Stadt selber liegt auf 1500 m über dem Meeresspiegel und gilt neben Antigua als eine der Tourismuszentren von Guatemala. Nach der Fahrt durch den Stadtkern, vorbei an unzähligen Souvenirständen, machten wir einen kleinen Spaziergang am Ufer des Sees und hörten weitere Informationen über die geschichtlichen Hintergründe und die Einwohner der Stadt. Anschließend nutzten wir eine kurze Freizeit, um durch die Calle Santander, die Haupteinkaufsstraße von Panajachel, zu schlendern und einen Snack zu uns zu nehmen. Einige verbrachten die Auszeit auch mit dem Kauf von Souvenirs und gingen von einem Verkaufsstand zum anderen. An einer örtlichen Tankstelle trafen wir uns gegen 14 Uhr wieder und brachen dann nach Antigua auf. Beim Aufstieg über die Hochstraße hatten wir noch einen letzten Blick über den malerisch gelegenen See. Der Lago de Atitlan ist der drittgrößte See in Guatemala und bekannt für seine reichhaltige Flora und Fauna.

Er misst eine Fläche von 126 km². Entstanden ist er durch die Explosion eines riesigen Vul­kans, dessen Krater sich danach mit Wasser füllte. Der See ist von den drei kleineren Vulka­nen Tolimán, Atitlán und San Pedro umgeben.

Weiter ging es nun nach Antigua – die alte Hauptstadt Guatemalas während der spani­schen Kolonialzeit war unser nächstes Ziel. Seit 1979 gehört die Stadt mit ca. 35.000 Einwohnern zum Weltkulturerbe der UNESCO. Antigua ist auf Grund seiner geo­grafischen Lage oft von Naturkatastrophen wie Erdrutschen oder Vulkanausbrüchen heimgesucht worden. Auch die Erde hat dort schon oft gebebt. Deshalb gibt es in Antigua kein einziges Hochhaus – was sofort auffällt, wenn man in die Stadt hineinfährt. Es sind auch kaum Neubauten zu finden. Die ge­samte Stadt scheint mit der Zeit bautechnisch stehengeblieben zu sein. Wir fuhren über die alten Pflasterstraßen bis in die Stadtmitte und machten an der „Iglesia de la Merced“, der Kirche der Gnade, zum ersten Mal halt. Das Gebäude mit seinen beeindruckenden weißen Stuck-Verzierungen am Eingangs­portal zog unsere Blicke auf sich. Im Inneren der Kirche waren viele biblische Figuren auf Tragepodesten aufgestellt, die bei den Pro­zessionstagen von den Einwohnern durch die Straßen getragen werden. Ein Sandge­mälde, wie es in der Heiligen Woche aufge­schüttet wird, war auch zu bestaunen. Im Anschluss besuchten wir das gleichnamige, alte Kloster direkt nebenan. Den Innenhof schmückte ein großer, aufwendig gestalteter Brunnen. Dort hatten wir die Möglichkeit ein weiteres Bild mit unserem Banner für unsere Sponsoren zu schießen. Auf dem Dach des Gebäudes genossen wir den Rundblick über Antigua. Nach einem kleinen Fußmarsch durch die Fußgängerzone und der Durchquerung des berühmten „Arco de Catarina“ erreichten wir den „Plaza Central.“ Der Platz liegt zentral in der Innen­stadt und war gefüllt mit Mensch und Leben. Eine Liveband spielte traditionelle guatemalte­kische Volkslieder und sorgte für eine ent­spannte Wohlfühl – Atmosphäre. Hier teilte sich dann die Gruppe auf, um die restliche Freizeit beliebig zu nutzen. Einige von uns gingen weiter durch die alten Einkaufs- und Handelsstraßen der Altstadt, um einzukehren oder Souvenirs zu kaufen. Andere besuchten den alten Bischofssitz, die Ruinen der alten Metropolitana Kathedrale. Dieses Bauwerk beeindruckte durch die gewaltigen Säulenkonstruktionen und ließ erahnen, wie groß die Macht der Kirche zur damaligen Zeit gewesen sein muss. Gegen Nachmittag trafen wir uns dann wieder mit unserem Tourguide am Plaza Central, um danach geschlossen zum Bus, der etwas außerhalb der Stadt geparkt hatte, zu laufen. Noch einmal genossen wir den Blick auf die Stadt ehe wir in den Bus einstiegen, um dann zurück Richtung Guatemala City aufzubre­chen.

Am Hotel angekommen entschloss sich ein Teil der Gruppe den Abend im Hostel zu verbrin­gen und für das Abendessen zu Grillen. Der Rest zog weiter in die Zone 10 der Stadt. Dort trafen sie einige Studenten der Universität von Guatemala, um mit ihnen noch etwas trinken zu gehen und über die Erlebnisse zu berichten. Schließlich ließen wir den Abend in unserem Hostel gemeinsam ausklingen.

Autor: Steffen Schäfer

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