Die Taboga Insel liegt auf der Pazifikseite von Panama, 20 km direkt vor der Kanaleinfahrt und gilt als der Lieblingsstrand für die Panamenos am Wochenende. Unter der Woche ein Paradies für Ruhesuchende, ein perfekter Ort, um den letzten Tag genießen zu können. Auf dieser Insel entschied sich Pizarro Peru zu erobern und auf ihr steht die zweitälteste Kirche der südlichen Hemisphäre.
Pater Hernando de Luque gründete auf der Insel Taboga 1524 das Dorf San Pedro, welches auch Namensgeber der Insel war. Später erst wurde Sie umbenannt, nach dem indianischen Wort „aboga“, was so viel heißt wie „viel Fisch“.
Typisch für Siedlungen in der Neuen Welt wuchs auch San Pedro um die Kirche San Pedro. Die ersten Einwohner Tabogas waren versklavte Indios aus Venezuela und Nicaragua, welche sich um die Bedürfnisse der Konquistadors kümmern mussten.
Der Freibeuter Henry Morgan gab, nachdem er Panama City dem Erdboden gleich gemacht hat, den Befehl auch Taboga Island anzugreifen. Dahinter steckte die Idee, dass Taboga für einige andere Piraten ein Rückzugsort war und deshalb auch einiges zu holen sei. Der Mythos besagt aber, dass, als die Piraten die Insel betraten, sie sich plötzlich einem riesigem Heer gegenüber sahen, angeführt von einer wunderschönen Frau. Die Piraten traten sofort die Flucht an und die Bewohner Tabogas dachten, dass es die heilige Carmen (Schutzpatronin der Fischer) war, die ihnen das Leben gerettet hat. Deshalb wird auch bis heute der 16. Juli auf Taboga jedes Jahr mit einem Fest, das „Fest der Flucht der Piraten“ gefeiert.
Im 17. Jahrhundert wurde die Insel von dem Engländer John Illignworth eingenommen. Die Bewohner flüchteten alle in die Berge. Drei Bewohner wurden auf der Flucht getötet und ihnen zu Ehren wurden 3 Kreuze aufgestellt, als Mahnmal für die Gestorbenen, welche Ihr Paradies verteidigen wollten. Diese Kreuze stehen bis heute noch, ihr Name „Las tres Cruces“. Doch dazu später mehr.
Im Jahre 1887 besuchte Paul Gauguin, der französische Post-Impressionist, Taboga. Einige behaupteten, er wollte sich dort ein Haus kaufen und bekam keines, andere behaupten, dass er mit der Einfachheit Tabogas nicht zurechtkam. Auf jeden Fall reiste er nach einem Monat weiter über Französisch Martinique nach Tahiti.
Taboga und der Kanal sind schon seit dem Jahre 1880 eng miteinander verbunden. Schon die Franzosen gründeten in dieser Zeit ein Erholungsheim für ihre Kanalarbeiter auf der Insel, welches die Amerikaner nach 1905 übernommen hatten. Im 1. Weltkrieg war es ein Gefängnis für deutsche Soldaten.
Die Taboga Insel hat sich Ihren Charme der Konquistadors Zeit und von den Anfängen der Neuen Welt bis heute behalten.
Durch Ihre geographische Lage war sie jahrelang ein wichtiger Stützpunkt der Amerikaner zur Kanalverteidigung. Sowohl Schiffshafen für die Atlantikflotte als auch Aussichtsplattformen (incl. Bunker) und Geschützstandorte waren Teil der Kanalverteidigung der Amerikaner.
Nach einstündiger Schiffsfahrt spaltete sich die Gruppe. Ein Teil der Gruppe hat es sich nicht nehmen lassen, einen einstündigen Aufstieg über den „Las tres Cruces Pfad“ zu einem Aussichtsplattform mit Bunker auf sich zu nehmen. Der Aufstieg an der Kirche vorbei und danach über ein altes Bachbett war anstrengend aber wunderschön, so konnte man noch einmal die Vielfältigkeit der mittelamerikanischen Flora und Fauna genießen. Ein Teil der Geschichte Tabogas war zum Greifen nahe.
Schweißgebadet konnte daraufhin ein grandioser Ausblick über Panama- City und den Pazifik genossen werden. Die endlose Weite des Pazifiks konnte ebenso bestaunt werden wie die einfahrenden Riesen (Panamax Generation) und Kreuzfahrtschiffe. Befremdend für uns war der lockere Umgang mit der Absturzsicherheit. Ohne Absperrung konnte die Bunkeranlage begangen werden. So ein lockerer Umgang mit historischen Gemäuern wünscht man sich manchmal auch in Europa.
Der Abstieg gestaltete sich mit einer halben Stunde zwar wesentlich kürzer, aber nicht weniger schweißtreibend. Am Strand trafen wir auf den Rest der Gruppe, um noch die letzten Sonnenstrahlen und das kristallklare Wasser gemeinsam zu genießen.
Nach der Ankunft auf dem Festland trennte sich die Gruppe auf, um verschiedenen Freizeitaktivitäten nach zu gehen. Während der eine Teil bevorzugte sich ins Hotel zu begeben, bevorzugte der andere Teil lieber noch einmal die letzte Möglichkeit ein Schnäppchen (Panama hat eine MwSt von 5%) einkaufen zu gehen. Die Altstadt mit Ihren kleinen Gassen und Plätzen wurde ebenso besucht wie die riesige Shoppingmall. So wurden noch die letzten Souvenirs und Mitbringsel eingekauft und die letzten Eindrücke des Flairs Panamas aufgesogen. Die Mitbringsel gestalteten sich genauso abwechslungsreich wie unser Aufenthalt in Panama. Vom originalen Panamahut über Schmuck und Lederschuhe wurde alles mitgebracht.
Abends gingen alle Exkursionsteilnehmer gemeinsam in einem argentinischen Restaurant essen. Bei sehr gutem Wein und reichlich Fleisch konnten alle noch einmal die Vorzüge Lateinamerikas genießen.
Alles in allem ein ruhiger aber würdiger Abschluss einer absolut gelungenen Exkursion.
Autor: Philipp Walz


