Dieser Tag sollte für uns als angehende Ingenieure sehr interessant werden, da wir für heute 2 Baustellenbesuche geplant hatten.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel wurden wir um 9:30 Uhr durch die Firma BAUER mittels Reisebus vor unserem Hotel abgeholt. Die in Deutschland ansässige Spezialtiefbaufirma Bauer unterhält in Panama eine Zweigstelle. Von dort aus ging es direkt zu unserer ersten Baustelle des Tages.
Die Erweiterung der Schleusen von Miraflores in Cocoli. Für den Ausbau des Panamakanals und der Schleusen ist die Panamesische Kanalgesellschaft ACP (Autority Canal Panama) verantwortlich. Nachdem wir eine Anhöhe über der gigantischen Baustelle erreicht hatten, hielt ein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter der ACP auf einer Aussichtsplattform einen ca. 45-minütigen Vortrag über den Bau der neuen Schleusen und die Gründe für die Erweiterung des Kanals.
Am 3. September 2007 wurde entschieden, die beiden bereits bestehenden Schleusen von Miraflores um eine weitere, dritte Schleuse zu erweitern. Die neuen Panama-Kanal-Schleusen (sowohl auf der Pazifik- als auch auf der Atlantikseite) werden 427 Meter lang und rund 55 Meter breit sein – das entspricht in etwa der Größe von vier Fußballfeldern! Die Gründe hierfür liegen in der Einführung der neuen Postpanamax Frachtschiffe. Diese Schiffe unterscheiden sich in den bisherigen Frachtschiffen vor allem in einem Punkt: Ladevolumen! Statt der bisher Maximal 4.400 Container können durch die Panamamax Schiffe nun 3mal so viele Container (rund 12.000 Stück) transportiert werden. Zudem wird durch das neue Schleusensystem eine Wassereinsparung von 60 % erzielt. Durch den Ausbau erhofft sich die ACP eine Verdoppelung der Kapazität bis zum Jahre 2014. Nach zahlreichen Informationen rund um die Erweiterung haben wir unsere erste Tagesstation durch das obligatorische Gruppenfoto mit dem Kanal im Hintergrund abgeschlossen.
Im Anschluss fuhren wir über eine Mautstraße zu unserer nächsten Baustelle. In der nördlichen Hafenstadt Colon erweitert derzeit die Firma BAUER die Freihandelszone im Hafen Cristobal. Als Gründung für die Erweiterung des Hafens dient eine kombinierte Pfahl-Plattengründung mit Ortbeton-Bohrpfählen. Diese werden im Drehbohrverfahren hergestellt. Insgesamt sind für den Ausbau 105 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,37 Metern und einer Länge zwischen 25 und 42 Metern vorgesehen. Es war eine schöne Baustelle, da uns die Mitarbeiter der Fa. BAUER während unseres gesamten Besuches Rede und Antwort standen.
Auf dem Rückweg in die Hauptstadt machten wir noch einen Stop bei den nahe gelegenen Gatun-Schleusen. Diese sollen gleich wie die Miraflores-Schleusen um eine Schleuse erweitert werden. Durch einen uns zur Verfügung gestellten Führer erhielten wir zusätzliche Informationen über den Ausbau des Kanals.
Nachdem wir nach diesem doch anstrengenden, aber sehr informativen Tag unser Hotel erreicht hatten, entschied sich der Großteil unserer Gruppe, den Abend bei einem verdienten Bier in einem Pub ausklingen zu lassen.
Autor: Matthias Kummer


