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Tag 13

Vergleichsweise spät startete unser heutiger Tag um 8.45 Uhr, als wir mit dem Bus zu den Schleusen von Miraflores fuhren. Mit dabei war unser deutscher Tourguide Klaus. Als wir ankamen, konnten wir zunächst auf einer Aussichtsplattform beobachten, wie ein großes Kreuzfahrtschiff in der zweiten Schleuse angehoben wurde. Dieses Schiff war eines der grö­ßeren, die durch den Panamakanal fahren dürfen, weshalb es auch eine ungefähre Durch­fahrtsgebühr von 300.000 $ zahlen musste. Insgesamt schafft es die verwaltende Schiff­fahrtsbehörde des Panamakanals, die Autoridades del Canal de Panama pro Tag ca. 40 Schiffe durch den Kanal zu schleusen, wobei eine Durchfahrtsgebühr je nach Größe des Schiffes von 100.000 bis 300.000 $ erhoben wird. Klaus konnte uns eine Menge über den Panamakanal erzählen und relativ schnell wurde uns bewusst, dass der Ausdruck 8. Welt­wunder keineswegs übertrieben ist.

Anschließend sahen wir in einem Kinosaal zwei kurze Informationsfilme zum Pana­makanal. Im Anschluss gingen wir noch in ein Museum in dem wir etwas über die Geschichte des Panamakanals, die im Dschungel lebenden Tierarten und die Technik des Schleusensystems erfuhren.

Den Anfang des Baus des Panamakanals machten 1881 die Franzosen unter der Führung von Graf Ferdinand de Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals. Geplant war ein normaler Kanal, der die beiden Meeresspiegel des Pazifiks und der Atlantischen Karibik verbinden sollte. Dies hätte jedoch extreme Folgen gehabt. Da durch die Gezeiten insgesamt ein Höhenunterschied von 6 m vorhanden ist, wäre das Wasser aus dem Kanal geschossen und der gesamte Kanal mit seinen dazugehörenden Seen wäre mit Salzwasser vollgelaufen. Dies hätte massive negative Folgen für den tropischen Feuchtwald gehabt.

Das Unterschätzen des Erdvolumens und die Krankheiten Malaria und Gelbfieber drängten die Franzosen zur Aufgabe des Baus. Insgesamt starben zu dieser Zeit 22.000 Menschen, was eine Rate von ungefähr 7,5 Menschenleben pro Tag ausmachte.

Im Jahre 1902 verkaufte die Auffanggesellschaft den Kanal für 40 Mio. $ an die USA, die un­gefähr 40 % der bisherigen Arbeiten verwenden konnten.

Im April 1905 wurde der Kanalbau dem Ingenieur John Frank Stevens anvertraut. Er er­kannte, dass die größten Schwierigkeiten die Krankheiten darstellten und dass er zuerst die Lebenszustände der Arbeiter verbessern musste.

Mit seinem Einsatz erwarb er sich ihren Respekt, so dass er sich der eigentlichen Herausforderung stellen konnte: Der Planung der Logistik und dem Aufbau der Organisation. Als er damit fertig war, kündigte er überraschend und zum Unmut Theodore Roosevelts mit der Erklärung, er habe seinen Vertrag aufs Wort erfüllt. In diesem hieß es, er solle solange daran arbeiten, bis er selbst mit Sicherheit sagen könne, dass es gelingen oder scheitern wird.

Im April 1907 verließ Stevens den Kanal und die Arbeit wurde von Generalmajor George Washington Goethals fortgesetzt, der besonders von US-Präsident Theodore Roosevelt un­terstützt wurde. Roosevelt hatte ihn u.a. ausgesucht, weil er als Militärangehöriger nicht kündigen konnte wie sein Vorgänger. Die Kosten des nun mit Schleusen und Stauseen erbau­ten Panamakanals beliefen sich auf 386 Millionen US-Dollar, und während der Bauarbeiten von 1906 bis 1914 starben 5.609 Arbeiter an Unfällen und Krankheiten (noch etwa 1,9 To­desfälle pro Tag). Insgesamt forderte der Bau des Panamakanals somit circa 28.000 Men­schenleben. Am 15. August 1914 erfolgte die erste Durchfahrt durch den heutigen Panama­kanal. Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurden die Eröffnungsfeierlichkeiten abgesagt und erst 1920 nachgeholt. Nachdem die USA nach Fertigstellung des Kanals die Hoheit über den Kanal hatten, führte dies immer wieder zu Aufständen der Einwohner von Panama. Auch der Versuch, die Flagge von Panama neben der der USA zu hissen, scheiterte, wodurch die Vereinigten Staaten gezwungen waren, den Kanal an Panama zu übergeben, was am 31. Dezember 1999 um 12 Uhr geschah.

Nach der Besichtigung der Schleusen fuhren wir in die Stadt zurück, wo jeder seinen Tag selbständig ausklingen lassen konnte. Ein Teil unserer Gruppe nutze dies, um in der Stadt shoppen zu gehen, andere besuchten den Fischmarkt und manche nutzten den Rest des Ta­ges, um einfach mal wieder entspannen zu können.

Autor: Philipp Waldraff

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