Am frühen Montagmorgen mussten wir uns von dem sehr familiär geführten Hostel in Guatemala City verabschieden. Erneut blieb uns nicht viel Schlaf, da wir uns bereits um 5.15 Uhr mit Sack und Pack vor dem Hostel einfinden mussten. Der bereitgestellte Bus brachte uns direkt zum nahegelegenen Flughafen. Dort erwartete uns ein eigenwilliges Eincheckverfahren. Zuerst wurden alle Koffer nacheinander gewogen und verladen. Erst danach bekamen wir die Tickets und passierten die Sicherheitsschleusen. Die letzten Quezales wurden in den Duty Free Shops ausgegeben.
Um 8.05 Uhr hob unser Flieger planmäßig nach Costa Rica ab. Nach einer sehr turbulenten Landung bestiegen wir sofort unseren Anschlussflieger, der um 10.23 Uhr den Flughafen Richtung Panama City verließ. Nach erneuter Zeitverschiebung erreichten wir unseren Zielflughafen um 12.50 Uhr. Dieser Flughafen liegt auf 41 Meter Höhe und verfügt über zwei betonierte Start- und Landebahnen. Der Flughafen Tocumen hat über 4,5 Millionen Start- und Landevorgänge im Jahr.
Unser Tour-Guide Klaus erwartete uns bereits und brachte uns mit dem Bus ins Hotel Bella Vista (übersetzt: „schöne Aussicht“) in die zentral gelegene Via Espania. Während der Fahrt beeindruckte uns die imposante Skyline von Panama City. Klaus versorgte uns während dieser Fahrt schon mit einigen Informationen über die Stadt, die etwa eine Millionen Einwohner zählt.
Nach zügigem Einchecken im Hotel trafen wir uns nach kurzer Verschnaufpause um etwa 15.30 Uhr zu einer Stadtrundfahrt und anschließendem Altstadtbesuch. In diesem Stadtteil San Felipe erwartete uns ein kontrastreiches Bild. Mit seinen fünf verschiedenen Baustilen gehört San Felipe zum UNESCO Weltkulturerbe. Die meist verfallenen Bauwerke sollen nach und nach wieder restauriert werden.
Besonders faszinierend war ein 16 m langer gemauerter Rundbogen, der die gesamte Geschichte Panamas beeinflusste. Als es um die Standortfrage des Kanals zwischen Pazifik und Atlantik ging, wurden die Länder Nicaragua und Panama aufgefordert eine Postkarte dem Kanalausschuss zuzusenden. Nicaragua beeindruckte mit einer Vulkanlandschaft und Panama mit dem zuvor genannten Rundbogen. Aufgrund dieser beiden Postkarten war für den Ausschuss relativ klar, dass Nicaragua aufgrund seines erdbebenreichen Landes nicht für den Bau in Frage kam. Somit stand dem Bau des heute wirtschaftlich unverzichtbaren Panamakanals nichts mehr im Wege.
Der Kanal war bis 1999 in amerikanischem Besitz. Die ganze Verwaltung befand sich im Stadtteil Balboa, aber der amerikanische Einfluss ist in der gesamten Stadt nach wie vor zu finden. Zum Beispiel sind die Verkehrswege nach amerikanischem Vorbild in Blöcke aufgebaut. Auch die alten, amerikanischen Schulbusse werden für den öffentlichen Nahverkehr verwendet. Mit diesen farbenprächtig bemalten Bussen kann man für nur einen Quarter-Dollar durch die ganze Stadt fahren. Nur die Münzwährung hat zum Teil eine eigene Prägung. Die Scheine sind die US-Dollar und somit auch offizielles Zahlungsmittel.
Wirtschaftlich gesehen lebt das Land hauptsächlich durch den Export von Bananen, Kaffee und Fisch. Hierbei ist zu erwähnen, dass Deutschland Hauptabnehmer der Chiquita Bananen ist.
Man findet sehr wenig Industrie in Panama. Das Land lebt vom Dienstleistungsservice. Des Weiteren berichtete unser Reiseführer, dass 20-25 % der Bevölkerung aus Indianern besteht. Diese sind gut integriert und haben ein Mitspracherecht in der Regierung.
Die Farbe Rot der Nationalflagge steht für die Liberalen, Blau für die Konservativen und Weiß steht für den Frieden. Die zwei Sterne stehen für die beiden politischen Parteien.
Bei der viel diskutierten Frage, wie sich die Bevölkerung von Panama nennt, kamen witzige Kreationen heraus. Von Panamanesen, Panamalteken, Panananos und Panamanier stellte Klaus klar, dass es sich um Panamenós handelt.
Nach den ersten Eindrücken und Fakten über die Stadt neigte sich ein langer Tag dem Ende zu. Wir trennten uns von unserem Tour-Guide Klaus, der uns noch einige kulinarische Empfehlungen gab. Getrennt in Gruppen nahmen wir diese wahr und gingen zum Abendessen in die zahlreichen Restaurants der Stadt.
Autoren: Regina Kiekopf und Melina Uhlig


